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Augenmaß statt Lineal

Streit um Flurstück Augenmaß statt Lineal

Ein vermeintlicher Weg hat in der Gemeinde Apelern erneut zum Streit zwischen Verwaltung und Einwohnern geführt. Dabei handelt es sich um das Flurstück am Brinkfelde in Groß Hegesdorf.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Groß Hegesdorf. Heidi und Bernd Ellersiek hatten sich in einem Antrag über „eine durch den Landwirt eigenmächtig vorgenommene Wegeverlegung“ beschwert. Sie forderten deshalb eine auf den Dezimeter genaue Prüfung der Sachlage. Darüber hinaus erhoben sie den Vorwurf, Rat und Verwaltung würden „durch Nichtstun öffentliches Eigentum absichtlich veruntreuen zum Vorteil bestimmter Landwirte“. Im Bauausschuss der Gemeinde Apelern war der Antrag bereits im Mai abgelehnt worden.

Ellersieks stellten daraufhin Mitte Juni einen zweiten Antrag, um das Thema neu aufzurollen. Sie führten an, dass das etwa 900 Quadratmeter große Grundstück zu einem Drittel aus einem Graben besteht, der Rest von Heinrich Rust beackert werde, der ebenfalls im Rat sitzt. „Einen offiziellen Nutzungs- und Pachtvertrag scheint es nicht zu geben“, heißt es in diesem zweiten Antrag. Deshalb solle die Fläche in Zukunft unbewirtschaftet bleiben, um zu einem Biotop für Tiere und Pflanzen zu werden. Zudem wiesen Ellersieks auf den zivilrechtlichen Schutz des Wegeeigentums hin.

Der Verwaltungsausschuss hat sich kürzlich dem Thema angenommen und die Entscheidung getroffen, dass alles bleibt, wie es ist. Gemeindedirektor Sven Janisch versuchte daraufhin auf Nachfrage der SN, etwas Licht in das komplizierte Thema zu bringen.

900 Quadratmeter große Parzelle

Bei dem Stück Land handelt es sich um eine Parzelle mit Entwässerungsfunktion, erklärte Janisch. Aus dem Beamtendeutsch übersetzt heißt das: eine Grünfläche mit Graben. Auf diesem Flurstück, welches der Gemeinde gehört, sei auch im Kataster kein Weg eingezeichnet, so Janisch. Es heiße zwar Wegeparzelle, aber dieser Name wurde dem Stück Land vor Jahrzehnten gegeben. Genauso gebe es heute Flächen, die Wald heißen, obwohl dort seit vielen Jahren Felder angelegt sind. Es sei zutreffend, dass die Parzelle etwa 900 Quadratmeter groß ist.

Allerdings stellt sie sich als etwa 2,5 bis drei Meter breiter Streifen dar, der sich durch die Feldreihen zieht. Daran grenzen landwirtschaftlich genutzte Flächen. Auf der Gemeindefläche findet hingegen keine Bewirtschaftung statt. „Mag sein, dass es hier Überschneidungen gibt“, räumte Janisch ein. Allerdings seien diese nur minimal.

„Ich sehe uns aktuell noch nicht mit dem Lineal in der Gemarkung stehen“, so Janisch. Es sei durchaus wichtig, Grundstücksgrenzen einzuhalten, „aber man muss mit Augenmaß daran gehen“, meint Janisch. Bei einer Überschreitung von wenigen Zentimetern solle man nicht gleich „mit dem Holzknüppel ausholen“, sondern könne sich gütlich einigen.

Von einer Nutzung der Fläche zu zwei Dritteln durch Rust könne keinesfalls die Rede sein. Er beackert laut Janisch ein Grundstück angrenzend zur Gemeindefläche. Anhand von mündlichen Berichten folgert er, dass der Landwirt bis in die neunziger Jahre hinein einen Weg auf seiner Parzelle zugelassen hat. Dieser sei heute in der Tat nicht mehr vorhanden. Doch stehen weder Rust noch die Gemeinde in der Verpflichtung, dort wieder einen Weg anzulegen, wie der Verwaltungsausschuss nun entschied. „Die Gemeindefläche gibt die Möglichkeit nicht her, dort einen Weg herzustellen“, stellt Janisch klar. göt

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