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Apelern Bauern sitzen beim Wasserschutz mit im Boot
Schaumburg Rodenberg Apelern Bauern sitzen beim Wasserschutz mit im Boot
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19:12 25.08.2011
Aus Anlass der Vertragsunterzeichnung sehen sich im Wasserwerk Billerbach um: Vertreter der Wasserversorger, des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, der Landwirtschaftskammer, der beteiligten Landwirte, des Planungsbüros Geries, des Gesundheitsamts und der Samtgemeinde Rodenberg, Quelle: bab
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Apelern (bab). Rund 3600 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche liegen rund um die Wassergewinnungsgebiete. Durch die Schutzvereinbarungen soll die Trinkwasserqualität gesichert und im günstigsten Fall sogar verbessert werden.

Ziel des Konzeptes sei auf der Grundlage freiwilliger Vereinbarungen mit den Landwirten schonendere Bodenbewirtschaftung zu erreichen. Dazu gehören Begrünungsmaßnahmen, reduzierter Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, ausgedehnte Gewässerrandstreifen und Zwischenfruchtanbau.

Zusätzlich zu den ohnehin bestehenden gesetzlichen Bestimmungen innerhalb der Wasserschutzzonen um die 17 Brunnen und Quellen in dem Gebiet treffen die Landwirte darüberhinaus freiwillige Vereinbarungen, die laut Wasserversorgern das Kernstück dieser Zusammenarbeit darstellen. Der Umgang mit den Agrarflächen wird dabei regelmäßig überprüft. Vor allem der Nitrateintrag rund um die insgesamt sieben Wasserschutzgebiete soll vermindert werden. Die Kooperation umfasst die Schutzgebiete Altenhagen II, Feggendorf und Lauenau aus der Samtgemeinde Rodenberg und Hohenholz (Steinhude), Ölbergen/Bodenengern (Auetal), Riesbachtal und Rolfshagen im Bereich des Wasserverbandes Nordschaumburg.

Das Land stellt bis 2015 eine Million Euro zur Verfügung, die aus der Wasserentnahmegebühr finanziert werden. Damit werden sowohl Entschädigungsgelder als auch die notwendigen Beratungsleistungen für die Landwirte gezahlt. Für die Beratung ist die Landwirtschaftskammer und das Planungsbüro Geries aus Gleichen-Reinhausen bei Göttingen zuständig.

„Gut, dass Sie als Landwirte da sind. Ohne Sie könnten wir keinen Wasserschutz machen“, betonte Werner Volker als Geschäftsführer des Wasserverbandes die Bedeutung der Bauern für die Qualitätssicherung. „Das ist der Abschluss einer intensiven Arbeit“, sagte Wasserverbandsvorsteher Uwe Heilmann. Möglich sei die Kooperation geworden „weil wir viele verständige Landwirte haben, das ist nicht selbstverständlich“.

Karl-Friedrich Lohmann, Sprecher der Kooperationslandwirte gab zu, dass die Ermittlung der einzelnen Entschädigungsleistungen nicht einfach gewesen sei. „Es war eine schwierige Zeit, sagte er zu den Vorbereitungen, die bereits Mitte der neunziger Jahre begonnen hätten.
Ein umfangreicher Maßnahmen- und Richtlinienkatalog sei letztlich dabei entstanden, der einen ganzen Aktenordner umfasse, veranschaulichte Petra Hannig vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), welche den Vertrag als Vertreterin für das Land unterzeichnete. „Wir werden gucken, ob ein Effekt im Wasser messbar ist.“ Für den Geschäftsführer des Wasserverbandes wäre es bereits ein Erfolg, wenn die derzeitige „gute Qualität“ stabilisiert werden würde.

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