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Bürger, seid lästig

Dorfgemeinschaft Soldorf diskutiert über Kommunalpolitik Bürger, seid lästig

Mit einer von Pastor Ralf Janßen moderierten Podiumsdiskussion mit zehn Kommunalpolitikern hat die Dorfgemeinschaft einen Versuch gewagt, mehr Austausch zwischen Politik und Bürgern anzuregen. Auslöser war der Kahlschlag am Spielplatz.

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In der Talk-Runde mit Pastor Ralf Janßen geht es auch um den eilig abgeräumten Spielplatz. 

Quelle: geb

SOLDORF. Der Abriss des alten Spielhauses hatte für Unmut gesorgt. Beim Für und Wider neuer Spielgelegenheiten verlor sich die Debatte aber schnell in Details. Bei den Themen Wegenetz und transparente Verwaltung wurde der Tonfall dann aber deutlich rauer.

Börries von Hammerstein (CDU) appellierte nicht nur in der Vorstellungsrunde an die Zuhörer, sich mit ihren Anliegen in das kommunalpolitische Geschehen einzubringen. „Sobald wir wissen, wo die Probleme liegen, gehen wir sie auch an“, versprach der Ratsherr.

Wie den meisten ist von Hammerstein an einem zentralen Spielplatz gelegen, auch wenn er aktuell nur elf Kinder im Alter unter zehn Jahren im Dorf zählt. Daniela Kastning von der Wählergemeinschaft Apelern wandte ein, dass auch die älteren Kinder ihren Versammlungsort brauchen. Eine Anwohnerin bezweifelte dagegen stark, dass sich wegen der räumlichen Teilung des Dorfes überhaupt alle Kinder an einem Platz einfinden würden.

Andreas Kölle (SPD) musste sich den vehementen Vorwurf gefallen lassen, seiner Fraktion sei nicht an der Instandhaltung des Wegenetzes gelegen. Bisher war die Jagdgenossenschaft mit dieser Aufgabe betraut. Die Grünen hoben den Wert der Wanderwege im Sinne eines „sanften Tourismus“ hervor. „Das Dorf muss mehr sein als eine Schlafstätte“, fand deren Kandidatin Elisabeth Rautenberg Röver.

Politikstil innerhalb der Samtgemeinde kritisiert

Auch der parteilose Gerhard Hurek plädierte klar für die Erhaltung des öffentlichen Eigentums. „Jeder soll bekommen, was ihm gehört“, forderte der frühere Nabu-Vorsitzende. Der größte Nachholbedarf scheint in der Kommunikation zwischen Rat und Anwohnern, nochmehr aber in der Transparenz der Verwaltung zu liegen. Die Grünen-Kandidaten beklagten, kaum herausfinden zu können, wann die nächste Ratssitzung ist. Auch im Publikum erregte das Thema rasch die Gemüter.

„Ich verstehe ihren Unmut. Von der Verwaltung der Samtgemeinde bekommen wir selbst nicht alles mit, wenn wir nicht intensiv tätig werden“, versuchte von Hammerstein, zu mäßigen. Er empfahl, öfter mal selbst den Telefonhörer in die Hand zu nehmen. „Machen sie Druck, das zu ändern“, wurde er darauf angeherrscht.

Hurek bedauerte ebenfalls, dass sich in den vergangenen 30 Jahren kein anderer politischer Stil durchgesetzt hat und unterstellte Hinterzimmerpolitik in den Verwaltungsausschüssen.

Besonders der Ausbau der schnellen Internetverbindung in Kleinhegesdorf stand in der Kritik. „Die Gemeinde hält das Geld bereit, der Landkreis hat zugestimmt, aber die Telekom hat ihren eigenen Zeitplan“, rechtfertigte Kölle.

Moderator Janßen lobte die Diskussion abschließend und motivierte die Zuhörer, ruhig auch weiterhin „lästig“ zu bleiben. geb

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