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Des Försters Tasche

Langjähriges Rätsel Des Försters Tasche

 Der Besitzer der Apelerner Riesenmühle, Veit Richter, umgibt sich gern mit alten Dingen. Sein Anwesen, das in Teilen aus dem 16. Jahrhundert stammt, ist überaus originell dekoriert – von alten Bildern über klobige Truhen bis hin zu allerlei ausgedientem handwerklichen Gerät. An einem Regal hängt eine alte Ledertasche.

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Veit Richter ist sich sicher, die Tasche des früheren Revierförsters zu besitzen.

Quelle: nah

Apelern/Lauenau (nah).  Über diesen stabilen Behälter an langem Gurt rätselte der 80-Jährige immer wieder einmal. Lange Zeit glaubte er, ein Landwirt könnte mit ihm das Frühstück aufs Feld getragen haben. Doch ein Zeitungsbericht vor einigen Wochen ließ ihn regelrecht elektrisiert aufspringen. Vom alten Lauenauer Revierförster Heinrich Koch war da die Rede. Ein Foto zeigte ihn in Uniform und Pfeife und mit eben dieser Tasche.

 Koch (1874-1953) galt gleichermaßen als Autorität wie als Original. Lange lebte er im Forsthaus Blumenhagen. Später bezog er eine Dienstwohnung im Forstamt an der Rodenberger Straße. Das Gebäude war zuletzt Sitz der Samtgemeinde Lauenau sowie der Sozialstation Rodenberg und gehört heute einem privaten Eigentümer. Wenn Koch am Abend aus dem Revier kam, schoss er bei den ersten Häusern stets zweimal in die Luft. Das war für Gastwirt Gustav Gundelach im damals noch stillen Flecken das untrügliche Zeichen, schon einmal ein Bier für den Stammtischfreund zu zapfen. Auch andere Anekdoten sind überliefert.

 Veit Richter erinnert sich: Ende der fünfziger Jahre hat er mit seinem Vater Ludwig im Tausch gegen eine Truhe einen alten Koffer vom Dachboden des ehemaligen Forstamts übernommen. Ludwig Richter, der die Lauenauer Winkelmühle besaß, umgab sich gern mit allerlei Altertümern. Niemand wollte damals mehr altes Mobiliar und Hausrat haben. Der Müllermeister nahm sie gern an und dekorierte damit seinen Betrieb.

 Zu Hause untersuchten Vater und Sohn den Kofferinhalt. Ein von Motten zerfressener Umhang kam zum Vorschein, erinnert der jetzt 80-jährige Veit Richter, ein rostiges Gewehr und eben diese Ledertasche. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1985 gelangten Gewehr und Tasche nach Apelern. Dort hing das Lederutensil beinahe unbemerkt an der Wand, bis schließlich das Bild in der Zeitung alte Erinnerungen weckte.

 „Ich bin mir absolut sicher, dass ihm die Tasche gehörte“, stellte Richter im direkten Vergleich mit dem historischen Bild fest. Nun will er sie besonders in Ehren halten – und im Freundeskreis die dazugehörige Geschichte gern erzählen.

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