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Ein altes Haus vor neuer Zukunft

Apelern / Ehemaliges Kantorenhaus Ein altes Haus vor neuer Zukunft

Nach dem Kauf des ehemaligen Straßenmeistereigeländes hat die Gemeinde Apelern eine weitere Immobilie erworben. In einem Zwangsverfahren ersteigerte sie das ehemalige Kantorenhaus neben der Kirche. Noch ist offen, was mit der Immobilie geschehen soll. Doch nach ersten Besichtigungen scheint sicher: „Platt machen“, betont Bürgermeister Heinrich Oppenhausen, „kommt wohl nicht in Frage.“

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Das alte Kantorenhaus jetzt in Gemeindehand: Bürgermeister Heinrich Oppenhausen und der stellvertretende Gemeindedirektor Sven Janisch.

Quelle: nah

Apelern. Apelern (nah).   Durchaus selbstkritisch gingen die Apelerner Repräsentanten mit dem Thema um. „Es kann eigentlich nicht öffentliche Aufgabe sein, Häuser aufzukaufen, um sie einem neuen Zweck zuzuführen“, räumt der stellvertretende Gemeindedirektor Sven Janisch ein. Doch bei dem Gebäude, das in seinen Ursprüngen auf das frühe 18. Jahrhundert zurückgeht, blieb offenbar keine andere Wahl: „Natürlich wären wir glücklicher über einen Bieter gewesen, der das Haus übernimmt und es passend zur Umgebung saniert“, sagt Oppenhausen, „doch es fand sich niemand.“

 Drei Zwangsversteigerungstermine waren von einem Schaumburger Geldinstitut angestrengt worden, doch kein Privatinteressent kam. Zuletzt erhielt die Gemeinde den Zuschlag – für einen Bruchteil des eigentlichen Verkehrswerts.

 Die Überraschung ergab sich bei den ersten Besichtigungen: Der bauliche Zustand und die räumlichen Gegebenheiten der insgesamt drei Wohnungen waren weitaus besser als der äußere Anschein vermuten ließ. Die früheren Eigentümer hatten offenbar konsequent mit einer Sanierung begonnen. Selbst die Badezimmer erweckten einen positiven Eindruck.

 Die Gemeindevertreter sind jedoch auch deshalb von der ursprünglichen Idee des Abrisses abgekommen, weil im Rund um die historische Kirche eine Lücke entstehen würde, die dem ganzen Ambiente enorm schade. Deshalb beginnen jetzt neue Überlegungen für eine künftige Nutzung. Eine Möglichkeit wäre die bereits im Rahmen der Dorferneuerung für einen Moment diskutierte Idee eines „Dorfcafés“. Denkbar sei jedoch auch die Vermietung der drei Wohnungen. Beides bedürfe noch einiger Sanierungskosten.

 „Klar ist: Die Gemeinde kann hier nicht einziehen“, macht Janisch deutlich. Und auch von künftigen Mietern müsste in gewissem Umfang Toleranz erwartet werden: Vom Kirchturm erklingt mehrmals täglich Geläut; der Kirchplatz ist auch Schulhof. Trotzdem sind Oppenhausen und Janisch zuversichtlich, zusammen mit dem Gemeinderat eine sinnvolle Lösung zu finden. „Mit der Kulturschmiede hat es ja auch bestens geklappt“, erinnert der Bürgermeister. Ein Einwohner hatte damals mit seiner Idee die heutige Nutzung angeschoben. Vielleicht blüht dem Kantorenhaus ja Ähnliches. Genug erlebt hat es ja in seinem rund 300-jährigen Bestehen. Zeitweilig diente es sogar schon als Poststelle und als Bäckerei.

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