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„Los Masis“ kommen nach Apelern Körperbehinderte Frau beginnt Ausbildung

Jobcenter lenkte ein Körperbehinderte Frau beginnt Ausbildung

Im Frühjahr ist der Name einer jungen Frau aus dem Auetaler Ortsteil Bernsen in die Schlagzeilen geraten. Ein Fernsehsender und auch unsere Zeitung berichteten über das vergebliche Mühen um eine Lehrstelle in Apelern. Denn die 16-Jährige wollte unbedingt Bäckerin werden. Doch die zuständige Agentur für Arbeit lehnte die Übernahme der notwendigen Fahrtkosten ab. Erst nach dem Medienrummel lenkte sie ein.

Johanna Pisarek hat die Ausbildung in ihrem Traumberuf begonnen. Bäckermeister Heiko Helle zollt bereits ein dickes Lob. 

Quelle: nah

Apelern (nah). Johanna Pisarek hat ein Handicap. Wegen ihrer seit Geburt bestehenden Körperbehinderung muss sie zeitweilig stützende Beinschienen tragen. Auch darf sie nicht zu lange auf einem Fleck stehen, muss sich bewegen und zwischendurch auch einmal hinsetzen. Das war für das Job-Center Anlass genug, „medizinische Bedenken“ zu äußern: Die Behörde sah für die junge Frau keine Zukunft in dem von ihr gewählten Beruf – und lehnte die eigentlich für Körperbehinderte vorgesehene Erstattung der Fahrtkosten ab.
Damit aber wäre der Weg in die gewünschte Ausbildung versperrt gewesen: Wie sollte sie in aller Herrgottsfrühe die 13 Kilometer nach Apelern überwinden, wenn noch kein Linienbus fährt und die nur Witwenrente beziehende Mutter das Fahrgeld nicht aufbringen kann?
Doch nach erneuter Prüfung des Jobcenters war nun der Weg für Johanna zu ihren beiden Bäckermeistern Alexandra Stummeyer und Heiko Helle frei. In der damals noch eigenständigen Pohler Bäckerei Stummeyer hatte sie bereits bei einem Praktikum vor zwei Jahren besten Eindruck hinterlassen.
Da inzwischen die beiden Unternehmen fusioniert haben, war auch Helle sofort einverstanden, der jungen Frau den gewünschten Ausbildungsplatz zu bieten. Schon nach dem zweiten Tag zeigte er sich voll des Lobes: „Sie kann Hörnchen besser formen als mancher altgedienter Geselle.“ Und auch bei anderen Alltagsverrichtungen in der Backstube habe sie „einen sehr guten Eindruck“ hinterlassen.
Noch fängt Johanna wegen ihres Alters morgens erst um 5 Uhr im Betrieb an. Doch auch das bedeutet: Aufstehen um 4 Uhr; eine gute halbe Stunde später steht das Taxi vor der Tür. Mit der Volljährigkeit ist Arbeitsbeginn um 4 Uhr und in der Nacht zu Sonnabend sogar noch weitaus früher.
Aber über diese berufsspezifischen Anforderungen weiß die junge Frau bestens Bescheid, wobei sie längst über den Tag hinaus denkt: „Erst mache ich meine Bäckerlehre, und dann schließe ich eine Ausbildung zum Konditor an“, hat sie sich vorgenommen. Bei so viel Ehrgeiz dürfte sich die Karriereleiter danach wohl noch verlängern.

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