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Margret Barth: „Die Bühne war doch nie mein Ding“

Apelern / Karneval Margret Barth: „Die Bühne war doch nie mein Ding“

Soeben hat sie das 80. Lebensjahr vollendet. Doch das Alter sieht man ihr nicht an: Margret Barth ist aus dem dörflichen Leben in Apelern nicht wegzudenken.

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Seit mehr als 40 Jahren „Ameise“ beim Apelerner Karneval: Margret Barth.

Quelle: nah

VON BERND ALTHAMMER

Apelern. Im Schützenclub greift sie immer noch gelegentlich zur Waffe. Vor allem aber hat sie in den Wintermonaten hinter den Kulissen des örtlichen Karnevals viel zu tun.

 Seit mehr als 40 Jahren ist sie Mitglied der „Ameisen“, wie die Helfer hinter der Bühne bezeichnet werden. Dann kümmert sie sich um Kostüme und textile Dekorationen. Das Bügeleisen wird nicht kalt. Früher lagerten die Utensilien von Aschermittwoch bis Januar sogar noch auf dem privaten Dachboden. Das sei zum Glück besser geworden Dank des vor Jahren errichteten Dorfgemeinschaftshauses und der neuerdings zur Verfügung stehenden „Kulturschmiede“. Doch in den ersten Jahren der organisierten Narretei „war eben alles viel primitiver“.

 1964 begann das Faschingswesen im Rahmen eines Wintervergnügens beim Männergesangverein. Einige Jahre später nahm ihr verstorbener Mann Rudolf Barth das Heft in die Hand und führte schrittweise bis zu seinem plötzlichen Tod 1999 den lokalen Karneval auf immer professioneller wirkende Ebenen. Folgerichtig war auch Ehefrau Margret eingebunden, aber stets nur in den hinteren Reihen: „Die Bühne“, sagt sie, „war doch nie mein Ding“.

 Aber sie ist dem närrischen Vergnügen mit durchaus ernstem Hintergrund treu geblieben. Mitte Januar beginnt die heiße Phase der Vorbereitungen. Und nach dem allerletzten Narhallamarsch sind Abbau und Hallenreinigung erforderlich. Das lässt sich die Älteste im Kreis der Helfer auch an der Schwelle zum neunten Lebensjahrzehnt nicht nehmen.

 Richtig stolz ist sie auf die nun über 40 Sessionsorden, die natürlich auch den „Ameisen“ zusteht. Daneben befinden sich einige Vereinsehrengaben in ihrem Besitz wie zum Beispiel eine kleine geschnitzte Narrenkappe. Das größte Geburtstagsgeschenk aber überbrachte ihr der amtierende Präsident Karl-Heinz Thum: Der Bund Deutscher Karneval hatte ihr die seltene Ehrenplakette des Verbands verliehen. Eine größere Auszeichnung gibt es nicht.

 Ein wenig steckt der närrische Virus wohl auch in den Genen der Familie. Tochter Evelyn und Schwiegersohn Heinz standen ebenso in der Bütt wie Enkel Tobias, der seit vielen Jahren den Nachwuchs betreut. „So lange es geht, bleibe ich dabei“, hat sich Margret Barth vorgenommen und dabei an ein Zitat ihres verstorbenen Mannes gedacht: „Wäre ich nicht Tischler geworden“, habe er einmal gesagt, „wären wir wohl Zirkusleute“. Und ein bisschen wie Zirkus, sei der Karneval eben auch.

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