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Sturz, Tritt – oder Rückstoß?

Gerichtsprozess Sturz, Tritt – oder Rückstoß?

Ein gezielter Tritt oder ein unglücklicher Sturz? Mit dieser Frage in einem Streit zwischen zwei Kleinhegesdorfern, bei dem einer angeblich an der Schulter verletzt wurde, befasst sich derzeit das Amtsgericht in Stadthagen. Die Entscheidung in dem Zivilprozess soll Ende Januar verkündet werden.

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Quelle: dpa

Kleinhegesdorf/Stadthagen.. Grün waren sich Kläger und Beklagter bereits vor dem besagten Vorfall nicht. Im August 2013 soll es in der Kleinhegesdorfer Feldmark schließlich zum Eklat gekommen sein. Der Beklagte, ein Kleinhegesdorfer Landwirt, soll mit dem Auto auf den Kläger zugefahren sein, woraufhin dieser sich nach eigenen Angaben zur Seite fallen ließ, um auszuweichen.

Anschließend, so der Vorwurf des Klägers, sei der Landwirt ausgestiegen, habe ihn attackiert und so fest getreten, dass er ein Hämatom an der rechten Schulter erlitten habe, wie der behandelnde Arzt später feststellte. Der Verletzte reichte daraufhin Klage ein. Der Landwirt dagegen bestreitet die Tat. Der Mann habe sich ohne Grund hingeworfen, getreten habe er ihn auch nicht. Die Verletzungen seien womöglich bei dessen Sturz entstanden, den der Kläger ja selbst einräumte.

Beim jüngsten Verhandlungstermin – anwesend waren nur die Anwälte der beiden Parteien, nicht die Betreffenden selbst – hörte Richter Matthias Schwarz einen Rechtsmediziner als Gutachter. Dieser sollte klären, ob die Verletzungen durch die Tritte entstanden oder ob sie auch eine Folge des Sturzes sein könnten.

Eine abschließende „Diagnose“ konnte der Sachverständige zwar nicht abgeben. Auffällig sei jedoch an der Verletzung, dass diese scharfkantig abgegrenzt sei. Ein Sturz auf einen Stein oder Ähnliches komme deshalb als Erklärung infrage. Einen Tritt allein hielt er als Ursache für das Hämatom aufgrund von dessen Form jedoch für unplausibel, wenn sich nicht zwischen Schuh und Schulter noch ein weiterer Gegenstand befunden habe.

Dabei kam die Frage auf, ob der Geschädigte – sollte tatsächlich der Sturz die Ursache für die Verletzungen sein – beim Versuch, sich abzufangen, nicht auch am Arm oder der Hand Prellungen oder Ähnliches hätte erleiden müssen. Nicht zwingend, befand der Rechtsmediziner. „Es kann auch sein, dass die Verletzungen so gering waren, dass sie vom Arzt gar nicht dokumentiert wurden.“

Der Anwalt des Klägers beharrte weiterhin darauf, dass es für ihn nicht vorstellbar sei, wie sich jemand bei einem einfachen Sturz aus dem Stand derart verletzen sollte. „Wie muss ich denn da fallen?“, warf er die Frage in den Raum.

Dass dies keine typische Sturzverletzung sei, gestand der Gutachter zu. Möglich bleibe es. Letztlich sei ebenfalls nicht auszuschließen, dass die Verletzungen auf ganz andere Weise entstanden seien. Nach seiner Erfahrung ähnele die Verletzung der Form und Platzierung nach denjenigen, die ein Jagdgewehrkolben bei einem Rückstoß verursachen kann. Das sei aber Spekulation, betonte er. kle

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