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„Wenn Ihr nicht bald auszieht, dann knallt’s“

Apelern/Stadthagen / Prozess „Wenn Ihr nicht bald auszieht, dann knallt’s“

Weil er seine Tochter und deren Mann nicht länger im Haus haben wollte, hat ein Rentner aus Apelern kurzerhand zur Waffe gegriffen. An einem Abend im August vergangenen Jahres hielt er dem offenbar ungeliebten Schwiegersohn einen scharfen Revolver vor den Bauch und drohte: „Wenn Ihr nicht bald auszieht, dann knallt’s.“ Als die Waffe später gefunden wurde, steckten vier Patronen vom Kaliber 22 in der Trommel.

Apelern/Stadthagen. Apelern/ Stadthagen (ly).  Sein Ziel hat der Hausherr erreicht: Nur einen Tag nach dem Vorfall begann das Paar mit dem Umzug. Als Angeklagter zahlt er jedoch einen hohen Preis, denn das Amtsgericht in Stadthagen hat ihn jetzt wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt, umgerechnet 50 Tagessätze. „So können Sie nicht mit anderen Menschen umgehen“, versuchte Richterin Gönna Freifrau von Blomberg, dem Mann auf der Anklagebank klarzumachen.

 Der Revolver und andere Schießeisen, für die der rabiate Rentner allerdings eine Waffenbesitzkarte hatte, waren nach der Tat sichergestellt worden. „Nachdem die Waffen entfernt sind und die Kinder aus dem Haus, kann ja wohl nichts mehr passieren“, hofft Staatsanwalt Günter Wilkening. Polizeibeamte hatten den Revolver zunächst nicht entdeckt, bevor die Tochter unter einem Kartoffelsack in der Gartenlaube fündig wurde.

 „Ich war geschockt“, erinnert sich der Schwiegersohn an den Moment, als die Waffe ins Spiel kam. „Dann habe ich versucht, da ein bisschen Ruhe reinzubringen.“ Vernünftigen Argumenten war der Schwiegervater jedoch nicht zugänglich.

 Mit der Waffe in der Hand pochte er auf das Recht des Stärkeren. Dass es Kündigungsfristen gibt, wollte der Hauseigentümer nicht hören. Mehr noch: Nicht einmal gekündigt haben soll er dem Paar zu diesem Zeitpunkt. Alkohol hat nach Erkenntnissen von Staatsanwalt Wilkening dazu beigetragen, dass die Situation derart eskalierte.

 Im Prozess zeigte sich der Angeklagte ebenfalls recht uneinsichtig und wies jede Schuld weit von sich. „Ihr habt das fein auswendig gelernt“, kommentierte er die belastenden Aussagen von Tochter und Schwiegersohn. „Das ist ein reiner Racheakt“, ließ der Rentner die Richterin wissen. Am fraglichen Abend will er gar nicht gewusst haben, wie ihm geschieht: „Ich sitze in der Laube, da kommt auf einmal die Polizei.“

 Von Bedrohung sprechen Juristen, wenn das Opfer mit einem Verbrechen bedroht wird. Gegen das Urteil ist noch Berufung möglich. Zuständig wäre dann das Landgericht in Bückeburg. Vorsichtshalber fragte der Angeklagte noch, wie lange er ins Gefängnis müsse. Antwort: 50 Tage – aber nur, wenn die Geldstrafe nicht bezahlt wird.

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