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Wenn der Teufel backen will

Soldorf / "Ein Mann mit Charakter" Wenn der Teufel backen will

Ausgelassene Heiterkeit schon bei der dritten Szene: Die Laienspielgruppe Soldorf hat ihre diesjährige Saison begonnen. An zwölf Abenden stehen die Akteure mit dem Stück „Ein Mann mit Charakter“ auf der Bühne.

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„Meister, guck mal“: Axel Wille (Mitte) mit Thorsten Bäuchle (von links), Susanne Griese, Dagmar Hitzemann, Stephan Wichmann und Anja Hägerling.

Quelle: nah

Soldorf (nah). Die vom norddeutschen Autor Wilfried Wroost gewollten Wortspielereien kommen an. Den Rest besorgen die acht Hobbyschauspieler mit ihrer Inszenierung.

 Schnell kommt Stimmung auf in dem ehemaligen Klassenraum der schon lange aufgelassenen Dorfschule. 60 Zuschauer sitzen auf engstem Raum; ausgesprochen knapp geht es auf der Bühne zu. Doch gerade das macht den Reiz der Aufführungen aus, für die die Soldorfer neuerdings noch nicht einmal mehr werben müssen. Schon Wochen vorher ist das Kontingent ausgebucht. „Und noch mehr Termine wollen wir nicht anbieten“, bedauert Spielleiter Hartmut Hitzemann. Der Theaterspaß soll bei seinen Leuten nicht Routine werden.

 Diese entführen für knapp drei Stunden ihre Zuschauer in die Räume der Bäckerei Hinzpeter, dessen Meister Hein (Thorsten Bäuchle) von allerlei Sorgen geplagt wird. Da sind der vorwitzige Lehrling Peter Hinz (Axel Wille), die dominierende Oma (Dagmar Hitzemann) und auch Tochter Gisela (Anja Hägerling), die ein Geheimnis umgibt, das mit dem nach Amerika ausgewanderten Hinzpeter-Bruder Fritz (Klaus Urlacher) zu tun hat. Dieser steht nun mit einem Mal vor der Tür – nicht mit „Dollars in den Taschen“, sondern so bettelarm, dass er nicht einmal den Rückflug bezahlen kann. Und dann sind da noch die Amouren von Gisela mit Detlef Teufel, der ausgerechnet als Finanzbeamter das „Angenehme“ (Tochter) mit dem „Nützlichen“ (Betriebsprüfung) verbinden will. Kein Wunder, dass wegen Letzterem ein solcher Schwiegersohn nicht genehm ist. Da würde doch Hinzpeter lieber den Gesellen Karl Kröpelin (Rainer Langhals) sehen, der mit herrlichem ostpreußischen Dialekt wiederholt Sonderapplaus einheimste. Natürlich finden sich am Ende die beiden Liebenden, weil Teufel sich auch aufs Backen versteht. Und auch der knurrige Meister bekommt seine „Versorgung fürs Alter“: Ex-Frau Selma (Susanne Griese) will es noch einmal mit ihm probieren. Natürlich hat bei allem Oma Hinzpeter Regie geführt: Der Krückstock wurde glatt zum Dirigentenstab.

 Zur Perfektion des vergnüglichen Theaterabends trugen Achim Hitzemann (Technik) und Bärbel Jünemann (Souffleuse) bei sowie etliche Helfer im Hintergrund. Denn nach dem letzten Vorhang gibt es stets Bockwurst. Und die ist mindestens genau so wichtig wie der frenetische Applaus für eine gelungene Aufführung.

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