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Wolf soll auf Sendung gehen

Landesjägerschaft klärt auf Wolf soll auf Sendung gehen

Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen und Landtagsmitglied, hat auf Einladung des CDU-Amtsverbands einen Vortrag über den Wolf in Niedersachsen gehalten. Unter dem Titel „Quo vadis? Wanderer auf leisen Pfoten“ beschrieb er Grundlagen im Umgang mit dem Tier.

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Helmut Dammann-Tamke.

Quelle: ar

Apelern. Seit 1980 unterliegt der Wolf dem Bundesnaturschutzrecht. Demnach ist der Vierbeiner als „prioritäre Art“ eingestuft – und genießt folglich den höchstmöglichen Schutz. Zugleich regeln auch internationale Abkommen und europäische Gesetze die Rechtslage. Die Managementpläne der EU besagen beispielsweise, das Ziel sei ein „günstiger Erhaltungszustand der Population“ und dass die Zahl der Tiere innerhalb einer Population 1000 geschlechtsreife Individuen betragen muss, um einzelne Tiere zu entnehmen, also zu töten.

Die Bestände in Deutschland sind aber noch zu gering für einen regulierenden Eingriff. Genetische Bestimmung heißt in diesem Zusammenhang das Zauberwort. Nach Aussage des Referenten steigt die Zahl der Wölfe exponentiell an. Das liegt an mehreren Umständen. Rudel bestehen aus ungefähr acht Wölfen – den Elterntieren sowie dem Nachwuchs der letzten zwei Jahre. Ist ein junger Wolf zwischen elf und 22 Monate alt, hat er das Rudel zu verlassen. Problemlos legt er dann Tagesstrecken von 70 Kilometern zurück. Und so tummeln sich inzwischen in Deutschland mindestens 63 Rudel und auf etlichen ehemaligen in Renaturierung befindlichen Truppenübungsplätzen muntere Wolfswelpen.

"Wölfe meiden Pansen"

Immer wieder gibt es Risse von Nutztieren, die auch die Frage nach der Sicherheit des Menschen aufkommen lassen. Selbstjustiz jedoch wird schwer geahndet. Auf einen illegalen Wolfsabschuss stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. Zur Orientierung, ob sich eines der Wildtiere an Schafe oder Kühen vergriffen hat, gab er einen Tipp: „Wenn ein Wolf ein Tier reißt, können Sie das genau erkennen. Wölfe meiden Pansen. Sie schieben ihn beiseite.“ Ein weiteres Indiz für einen Wolf sei der Kot. Wenn jemand einen großen „Haufen“ sieht, kann er auch von einem größeren Hund stammen. Sind aber Haare und Knochensplitter darin zu finden, sei es der Hinweis auf einen Wolf.

Die Politik sei dringend gefordert, Klarheit zu schaffen. Niedersachsen könne zum Beispiel festlegen, mit welcher Anzahl an Rudeln es seinen Beitrag zur Einhaltung des „günstigen Erhaltungszustands der Wolfspopulation“ beteiligen will. Dammann-Tamke forderte, den Wolf so zu konditionieren, dass er den Menschen wieder als Feind sehe, sowie die Aufnahme ins Jagdrecht, um einzelne Tiere, die auffällig geworden seien, entnehmen zu können. Außerdem sei es sinnvoll, zur Beobachtung und als virtuellen Schutz ein Elterntier im Rudel mit einem Sender auszustatten. „Das Besendern ist für mich der Königsweg“, stellte er klar.

Die Landesjägerschaft nimmt als anerkannter Naturschutzverbund seit 26 Jahren die Wildtiererfassung vor. Das so genannte Monitoring ist jederzeit mit den tagesaktuellen Daten unter www.wildtiermanagment.com einsehbar. ar

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