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Zwist um versetztes Schild in Kleinhegesdorf

Jeder fühlt sich unverstanden Zwist um versetztes Schild in Kleinhegesdorf

18 Bürger, ein Rathaus und ein Schild – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Seit eineinhalb Jahren zieht sich nun der Streit um ein umgesetztes Straßenschild in Kleinhegesdorf. Eine Gruppe Kleinhegesdorfer Bürger fühlt sich in dieser Sache von der Verwaltung nicht ernst genommen und systematisch ignoriert, die Mitarbeiter der Verwaltung wiederum verstehen den Wirbel nicht. Am Ende fühlt sich jeder vom anderen unverstanden.

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Kleinhegesdorf (kle). Stein des Anstoßes ist ein Verkehrsschild „Durchfahrt verboten – landwirtschaftlicher Verkehr frei“, das im Herbst 2013 unerlaubt von einer Feldwegseite auf die andere versetzt wurde. Einige Kleinhegesdorfer machten die Verwaltung darauf aufmerksam, worauf diese das Schild vom Bauhof direkt auf seinen angestammten Platz zurücksetzen ließ.

 Aus Sicht der Verwaltung war die Sache damit erledigt. Nicht so für die Kleinhegesdorfer. Sie verlangten nach Aufklärung und strafrechtlicher Verfolgung des vermeintlichen Schildversetzers. Auch eine mögliche Weitergabe der Kosten trieb die Einwohner um. Inzwischen stellt sich den Kleinhegesdorfern sogar die Frage, ob das Schild überhaupt rechtmäßig an diesem Weg steht. Eine entsprechende Anfrage an den Landkreis haben sie bereits gestellt.

 Dorothea Kopp wandte sich im Auftrag einiger Kleinhegesdorfer mehrfach an die Samtgemeindeverwaltung und beklagt sich über die fehlenden oder unzureichenden Reaktionen auf ihre Anfragen hin – beginnend mit einem Brief von 2013, unterzeichnet von 18 Kleinhegesdorfern, der nie beantwortet worden sei, zuletzt mit einem offenen Brief vom 8. April 2015. Bei der Samtgemeinde sorgte vor allem dieser jüngste Vorwurf für Unverständnis. „Die Samtgemeindeverwaltung hatte [...] mehrfach zeitintensiven Kontakt mit Ihnen per Mail, telefonisch und auch persönlich“, heißt es in der Antwort des stellvertretenden Samtgemeindebürgermeisters Günther Wehrhahn.

 Nur sehen die Kleinhegesdorfer ihre Fragen immer noch nicht beantwortet, mit formlosen E-Mails wollen sie sich zudem nicht abspeisen lassen. Ihnen geht es laut Kopp schon lange nicht mehr nur um das Schild, sondern darum, wie die Verwaltung mit ihnen umgehe – erst der ehemalige Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann, jetzt sein Nachfolger Georg Hudalla. Der hat von dem einstigen Schild-Vorfall erst durch die erneuten Beschwerdemails erfahren.

 Straßenschilder zu ersetzen, zu reparieren oder umzusetzen, „ist für uns im Prinzip Tagesgeschäft“, erklärte Hudalla auf Anfrage unserer Zeitung. Speziell nach dem 1. Mai und Christi Himmelfahrt sei der Bauhof fast den ganzen Tag über mit nichts anderem beschäftigt. „Wenn wir über jedes Schild eine eigene Akte anlegen würden, wären wir nur noch damit beschäftigt.“ Zumal im Fall Kleinhegesdorf die Dramatik überschaubar gewesen sei. Aus diesem Grund sah auch die Polizei als zuständige Ermittlungsbehörde, darüber informiert, damals keinen Anlass zur weiteren Verfolgung, da es sich zudem um einen Einzelfall gehandelt und es vorher und hinterher keine entsprechenden Vorkommnisse mehr gegeben habe. Die Kosten hielten sich ebenfalls in Grenzen. Da das Schild auf dem Acker und nicht im Asphalt platziert ist, „war die Sache nach fünf bis zehn Minuten erledigt“, so Hudalla.

 Wenn Kopp, wie sie sage, den Betreffenden kennt, der das Schild versetzt haben soll, stehe es ihr durchaus frei, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Diesen Wunsch an die Verwaltung weiterzureichen, gehe aber nicht. Wenn die Verwaltung sich mit einem Thema intensiv befassen soll, brauche es ein ausreichendes „öffentliches Interesse“, und in diesem Fall sei das einfach nicht gegeben. Man müsse immer das Verhältnis von Aufwand und Nutzen für die Allgemeinheit im Auge behalten.

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