Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Auf den Spuren des Seelsorgers Vordemann

Hülsede/Hattendorf Auf den Spuren des Seelsorgers Vordemann

Die Kirchenmusikerin und Bewohnerin des Hülseder Pfarrhauses, Christina Ziegler, hat durch zufällige Beobachtungen eine enge Verbindung zwischen den beiden Kirchen in Hülsede und Hattendorf entdeckt.

Voriger Artikel
Nur Notlösung ist bezahlbar
Nächster Artikel
Schützengilde Schmarrie ehrt Könige

Pastorin Antje Wachtmann und Kantorin Christina Ziegler am Hattendorfer Straßenschild.

Quelle: nah

Hülsede/Hattendorf. Ein Pastorenname brachte sie auf die Spur: Seelsorger mit Namen Vordemann gab es in beiden Orten. Nun soll ein Aktionstag den historischen Hintergrund neu aufleben lassen.

Otrab(ius) Vordemann wirkte von 1601 bis 1661 als Pastor in Hattendorf. Er war der dritte Seelsorger nach Einführung der Reformation im Auetal. Otrabius (dessen Name sich in mehreren Schreibweisen findet) ist bis zum heutigen Tage in der St. Eligius-Kirche gegenwärtig: Ein übermannshohes Bild berichtet mit einer Inschrift über sein Leben und seine Verdienste besonders in der Zeit des 30-jährigen Krieges, als man das Dorf niederbrannte und auch Kirchenarchivalien vernichtet wurden. Der Prediger rekonstruierte nach 1642 einen Teil der Aufzeichnungen und schilderte Geburts- und Todesfällen sowie lokale Ereignisse.

Die Verbindung zu Hülsede ergab sich mit Sohn Jacob(us). Dieser hatte sich 1640 für die Pfarrstelle in St. Ägidien beworben. Der zeitweilige Hauslehrer bei Liborius von Münchhausen in Lauenau musste jedoch lange auf die Genehmigung warten, weil unklar war, welche weltlichen Gremien der Besetzung zustimmen sollten – die Schaumburger oder die Braunschweig/Lüneburger.

Jakobus soll in seiner bis 1682 währenden Tätigkeit ein weithin anerkannter Seelsorger gewesen sein. Der Zulauf an Gläubigen war groß, glaubt Ziegler, da er den Bau von Prieche und Empore betrieb, um zusätzlich Platz in der Kirche zu schaffen. 1671 ließ er den kleinen Taufstein im Altarraum anfertigen, an dem auch sein Name steht.

Von Hülsede aus bewirtschaftete er einige Jahre nach dem Tod des Vaters den kircheneigenen Meierhof in Hattendorf. Aus dieser Zeit hat sich im Nachlass der Hinweis erhalten, dass man für den „Pastorenweg“ etwa eineinhalb Stunden benötigte. Die Route führte über Raden und die Westeregge nach Hülsede. Die Hattendorfer haben jene historische Strecke bis heute nicht vergessen und folgerichtig das erste Teilstück in der Ortslage „Pastorenweg“ genannt.

Am Sonntag, 21. Juni, wirken im Gottesdienst ab 10 Uhr in St. Eligius der Posaunenchor Luthe und der Nienfelder Otto von Blomberg mit, der aus dem ältesten Hattendorfer Kirchenbüchern zitieren will.

Danach beginnt die rund zweistündige Wanderung nach Hülsede, um ab 14 Uhr in einem fröhlichen Familiengottesdienst unter anderem Szenen aus der Zeit der Vordemanns zu erleben. Ein Grillfest im Pfarrgarten folgt im Anschluss. nah

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg