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Hülsede Beschluss bringt Bewegung in den Prozess
Schaumburg Rodenberg Hülsede Beschluss bringt Bewegung in den Prozess
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17:50 16.05.2018
Fast 960 Jahre ist Hülsede alt – und nach wie vor will sich der Ort weiterentwickeln, zum Beispiel durch das Ausweisen von neuem Bauland. Quelle: tro
Hülsede

In den Prozess sollen sowohl Anlieger als auch Eigentümer und Planer einbezogen werden, um eine für alle „sinnvolle und verträgliche Lösung“ zu finden, wie Egbert Gelfert von der Wählergemeinschaft Hülseder Gegenwind sagte, der den Antrag eingereicht hatte.

Nur drei Ratsleute stimmen zu

Dass sich der Rat bei der Frage nach dem Vorgehen nicht ganz einig war, zeigte das Abstimmungsergebnis: Drei Ratsmitglieder stimmten dafür, eines dagegen, der Rest enthielt sich. Damit war der Antrag angenommen.

Harald Schmidt (SPD) hatte zuvor als Alternative ins Spiel gebracht, zunächst das Gespräch zu suchen, ehe Beschlüsse gefasst werden. Eine Einwohnerversammlung ohne weitere, darauf folgende Gespräche reiche nicht aus, um möglichst alle Standpunkte zu berücksichtigen. Gemeindedirektor Martin Schellhaus regte an, die noch folgenden Treffen in Schmarrie und Meinsen abzuwarten.

Bürger stellen Fragen und äußern Kritik

Unabhängig voneinander hatten die Fraktionen Ideen zu einem neuen Baugebiet gesammelt, welche bereits im Rahmen der angesprochenen Versammlung in Hülsede vorgestellt worden waren. Danach seien zahlreiche Briefe von Anwohnern eingetroffen, die sowohl Fragen als auch Kritik enthielten, berichtete Passuth.

„Wir wollen die Gemeinde nach vorne bringen, den Ort weiterentwickeln, die Bürger integrieren“, sagte sie. Dies war auch Konsens unter den Ratsmitgliedern. Grundsätzlich stehe sie hinter dem Antrag, „aber es geht mir zu schnell“. Die Bürgermeisterin äußerte die Sorge, dass sich die Anwohner nicht wahrgenommen fühlten. Sie stellte aber auch deutlich heraus: „Wenn man nichts macht, macht man auch keine Fehler.“ Wer aufs Dorf ziehe, könne nicht davon ausgehen, dass er nicht irgendwann einmal Nachbarn bekomme.

Bewegung in den Prozess bringen

Wie Gelfert weiter ausführte, gehe es ihm darum, Bewegung in die Sache zu bringen. „Wenn wir nichts beschließen, geht es auch nicht weiter“, sagte er. Ohnehin sei ein endgültiger Bebauungsplan erst noch in einer späteren Sitzung vom Rat zu beschließen. Natürlich würden die Anlieger in die Planung einbezogen, ein Konsens sei die Basis für eine gute Nachbarschaft. Auch Michael Ensslen (Grüne) forderte einen Dialogprozess mit den Anwohnern. Tobias Steinmeyer sprach sich dafür aus, einen „Kompromiss für alle Seiten“ zu finden. „Ein Krieg in Hülsede bringt uns alle nicht weiter“, sagte der CDU-Ratsherr. tro