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Hülsede / Gemeinderat

Ehrentitel für eine quengelige, „gute Seele“


„Bist du verrückt“, ist es dem überraschten Herbert Weibels entfahren, als ihm der Hülseder Rat den Titel „Ehrenbürgermeister der Gemeinde Hülsede“ verliehen hat. Der langjährige Bürgermeister hatte sich darauf eingestellt, den Ehrenteller der Gemeinde zu bekommen, wurde für seine Verdienste um die drei Orte der Kommune, Meinsen, Schmarrie und Hülsede, aber gleich doppelt ausgezeichnet.

Herbert Weibels (links) ist jetzt Ehrenbürgermeister von Hülsede und bekommt wie die ebenfalls ausgeschiedenen Ratsherren. Wolfgang Jamma, Roland Kinscher und Joachim Hellmich den Ehrenteller der Gemeinde.

© bab

Hülsede (bab). 37 Jahre hat Weibels als SPD-Mann in Hülsede ehrenamtlich Politik gemacht und davon 15 Jahre als Bürgermeister, bis er in diesem Jahr von seiner Parteikollegin Marion Passuth abgelöst wurde. Zehn Jahre hatte er vor seinem Amtsantritt als stellvertretender Bürgermeister in der Gemeinde gewirkt. „Manchmal haben wir um 200 Mark gestritten“, erinnerte das Polit-Urgestein Weibels daran, dass die Aufgaben in der Gemeinde mit dem schmalen Budget nicht immer ein Zuckerschlecken waren. „Es hat trotzdem Spaß gemacht.“ Er habe sich „echte Mühe gegeben“, was er „in Stimmen auch honoriert“ bekommen habe. „37 Jahre lang haben mich die Bürger gewählt“, sagte Weibels.

Bei seinem Blick zurück gab er zu, auch „quengelig“ gewesen zu sein und bei Problemen „immer wieder nachgehakt“ zu haben. Dank galt deshalb nicht nur seiner Frau, die unter der Aufgabe „viel gelitten hat“, wie der Ehrenbürgermeister zugeben musste, sondern auch Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor Uwe Heilmann. „Seit Uwe die Verwaltungsgeschäfte leitet, kann Hülsede wieder durchatmen.“

„Ich kann nur sagen, ich hab dich immer als gute Seele von Hülsede empfunden“, erwiderte Heilmann das Kompliment. „Du warst auch lästig“, bestätigte der Gemeindedirektor Weibels‘ selbstkritische Analyse, da dieser „versucht hat, auch noch die letzten 50 Euro“ aus allem herauszuholen.

Mit seinem freiwilligen Verzicht auf eine weitere Kandidatur hat Weibels die politischen Geschäfte aber nicht an den Nagel gehängt. Im Samtgemeinderat ist er auch in dieser Rats-Ära vertreten. Dort will er auch weiter die Belange seines Heimatortes vertreten, wie er versprach.

Drei weitere Ehrenteller verlieh der Hüleder Rat an ausgeschiedene Ratsmitglieder. Wolfgang Jamma war 20 Jahre für die SPD Ratsmitglied in Hülsede und davon sieben Jahre als stellvertretender Bürgermeister. Ebenfalls nach 20 Jahren mit einem Ehrenteller bedacht wurde Roland Kinscher (CDU). Für zehn Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Rat bekam Joachim Hellmich (SPD) den Ehrenteller der Gemeinde.

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