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Es bleibt ruhig um Krackes Ruh

Hülsede Es bleibt ruhig um Krackes Ruh

Tief duckt sich das kleine Holzhaus hinter dichten Hecken und unter den hohen Bäumen am Süntelrand. Eine Kette versperrt den Zugang zum Privatbesitz. Bis vor sieben Jahren herrschte dort zumindest an Wochenenden noch quirliges Leben: Krackes Ruh war eine beliebte Einkehr für Wanderer und Einwohner.

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Hinter sorgfältig gestutzter Buchenhecke befindet sich die ehemalige kleine Schänke am Waldrand bei Hülsede.

Quelle: nah

Hülsede. Doch nach dem Tod von Besitzerin Emmi Kracke wollte und konnte Sohn Horst nicht mehr weitermachen. Gesundheitliche Gründe und behördliche Auflagen erwiesen sich als Hürde – zum Leidwesen der Hülseder, die bis heute noch dem Verlust der originellen Kommunikationsstätte nachtrauern. Dort trafen sich Stammtisch- und Frühschoppenrunden. Im Sommer lockte das rustikale Gestühl im Schatten, im Winter der bullernde Ofen. Gerade die Rodler und Skisportler vom nahen Hang wussten die wärmende Pause zu schätzen.

 „Es vergeht keine Woche, in der ich nicht den Wunsch auf Wiedereröffnung höre“, erklärte Hülsedes Bürgermeisterin Marion Passuth auf Nachfrage. „Ich bin doch selbst nur zu gern dorthin gegangen.“ Doch sie schätzt die Gegebenheiten recht nüchtern ein: „Wünschenswert wäre ein neuer Start schon, aber der lässt sich wohl nicht realisieren.“ Dabei könnte „Krackes Ruh“ durchaus ein attraktiver touristischer Akzent für die Süntelregion sein.

 Hinzu kommt, dass es an Ausflugslokalen rund um den Bergzug schon seit Jahren mangelt. Auf der östlichen Süntelseite gibt es nichts mehr: Auch die Lokale in Herriehausen und Kessiehausen sind schon lange verschwunden. Gastronomie befindet sich nur in einiger Entfernung: die „Schillat-Höhle“, ein Gasthaus in Langenfeld, der Süntelturm und das nur auf Anfrage geöffnete Anwesen eines Partyservice im Auetaler Ortsteil Raden.

 Begonnen hatte die Hülseder Waldschänken-Tradition gleich nach dem Zweiten Weltkrieg. Einige Hundert Meter weiter durfte der Hülseder Paul Reimann am Platz der „Sieben Eichen“ in einer Holzhütte Getränke werktags an Waldarbeiter und sonntags an Spaziergänger verkaufen. Dank großer Beliebtheit wurde die Fläche ausgebaut, auf der an Sommerwochenenden der Hülseder Musiker Paul Haupt zum Tanz aufspielte.

 Als Reimann Hütte und Hülsede 1957 verließ, entschieden sich der Frühinvalide Karl Kracke und Ehefrau Emmi zur Nachfolge. Auf dem von der Gemeinde erworbenen Grundstück war Platz für eine Blockhütte der Forstverwaltung. Das 400 Meter waldeinwärts stehende Gebäude mit den Grundmaßen von vier mal sechs Metern wurde auf einem eigens gebauten Gestell per Trecker an seinen neuen Platz gebracht. Später wurde es um einen Anbau ergänzt. Einschließlich Gartengestühl fanden bis zu 150 Gästen Platz. Doch zeit einiger Zeit ist es ruhig um Krackes Ruh geworden, auch wenn Horst Kracke noch beinahe täglich das kleine Anwesen inspiziert. nah

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