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Hülsede Grüne wollen gründlich prüfen
Schaumburg Rodenberg Hülsede Grüne wollen gründlich prüfen
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04:25 17.04.2014
Nicht der ganze Nordsüntel, wohl aber Teile davon wollen die Kreis-Grünen unter Schutz stellen – wie die Orchideenwiese (Archivbild) bei Krackes Ruh. Quelle: nah
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Hülsede

Ensslen fordert schon lange, den Bereich komplett unter Naturschutz zu stellen. Beim Naturschutzbund (Nabu) Rodenberg stieß er damit zumindest in Teilen auf Gehör. Auch die Kreisspitze der Grünen möchte sich dem Verlangen nicht verschließen, will es aber gründlich prüfen lassen.

 „Wir wollten uns selbst ein Bild machen“, erklärte Kreisvorsitzende Christiane Steinmann nach der Rückkehr von der ersten Exkursion dieser Art, der auf ähnliche Weise noch weitere auch in andere Schaumburger Regionen folgen könnten.

 Die Gruppe machte sich „mit einigen weiteren Interessierten und zwei Hunden“ auf den Weg in den Wald, nahm die bislang noch unscheinbare Orchideenwiese bei Krackes Ruh zur Kenntnis, freute sich über die von der Forstgenossenschaft angelegten Rastplätze, betrachtete den Altbuchenbestand und die Blütenvielfalt besonders am Waldsaum oberhalb von Raden, stattete den Süntelbuchen nahe dem kleinen Dorf einen Besuch ab und war überrascht vom Feuchtgebiet Südholz oberhalb von Meinsen und Pohle. Über ihnen kreiste ein Rotmilan und zwitscherte eine Feldlerche – „bedrohte Arten“, wie eine fachkundige Mitwanderin bemerkte.

 Trotzdem dürfte die Grünen-Kreisspitze der Maximalforderung von Ensslen kaum folgen: „Wir wollen ja nicht die Waldwirtschaft einschränken“, machte Kreisvorstandsmitglied Irmhild Knoche deutlich. Aber ein „punktueller Schutz“ sei durchaus denkbar, schlug Steinmann vor. So könnten die Orchideenwiese, der Radener Waldrand, das Südholz und Teile der Westeregge entsprechend ausgewiesen werden.

 Aber das möchten die Grünen dem Landkreis und seiner Unteren Naturschutzbehörde überlassen. Die Angelegenheit wurde von der Fraktion bereits thematisiert. Sie wünscht sich eine „naturkundliche Bestandsaufnahme“, mit der besonders wertvolle und von der Zerstörung oder wegen intensiver Nutzung bedrohte Bereiche ermittelt werden. Gute Gründe gebe es dafür nicht allein aufgrund der örtlichen Gegebenheiten: Mit nur 1,9 Prozent Naturschutzfläche seines Kreisgebiets liege Schaumburg weit hinter dem Landesdurchschnitt von 4,5 Prozent zurück. Deshalb könnten einige Parzellen im Süntel die Bilanz etwas aufpolieren.

 Dass dringender Handlungsbedarf bestehe, musste die Gruppe an Ort und Stelle mit Missfallen zur Kenntnis nehmen: Quer über die Orchideenwiese zog sich die frische Reifenspur eines Quads. „Die gab es heute Morgen noch nicht“, war sich Knoche sicher. nah

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