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Hülsede vorerst kein Welterbe

Grünen-Antrag zurückgestellt Hülsede vorerst kein Welterbe

Der Gemeinderat Hülsede scheut sich, eine Bewerbung für die Aufnahme hiesiger Gebäude in die Unesco-Weltkulturerbe-Liste zu unterstützen. Dies sei Sache der Eigentümer, hieß es.

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Hülsede. Ein entsprechender Antrag des Grünen-Ratsherrn Michael Ensslen wurde zurückgestellt.

 Ensslen hatte indes auch keine Einzelbewerbung der Gemeinde im Sinn, sondern wollte lediglich einen Grundsatzbeschluss des Rates herbeiführen, dass sich Hülsede quasi an einer Sammelbewerbung der Schaumburger Landschaft beteiligt. Diese solle sich wiederum dafür einsetzen, dass die gesamten Relikte der Weserrenaissance in die Unesco-Liste aufgenommen werden. Allerdings ist derzeit offen, ob die Schaumburger Landschaft einen solchen Schritt tätigt.

 Ensslen zufolge wird die Liste des Unesco-Weltkulturerbes gerade überarbeitet. Die Organisation nimmt während der Phase der Ausschreibung neue Vorschläge entgegen. Ensslens Ziel ist es, dass die Hülseder Baudenkmale – das Wasserschloss und die St.-Aegidien-Kirche – im Sog der „Kulturlandschaft Weserrenaissance“ auf die neue Liste kommen.

 Gemeindedirektor Günther Wehrhahn gab zu bedenken, dass die Eigentümer der Gebäude zu befragen wären, ehe sich der Rat zu dem Thema positioniert. Daher könne Ensslens Antrag jetzt gar nicht behandelt werden.

 Dirk Tetzlaff (CDU) hatte noch einen anderen Einwand: Ein so hohes Prädikat könnte für Hülsede ungeahnte Beschränkungen bedeuten, speziell bei der Gestaltung von Straßen und von Gebäuden sowohl in privater als auch in kommunaler Regie.

 Was, wenn der Nachbar eines Welterbe-Gebäudes bei eigenen Sanierungsprojekten bestimmte Baustoffe nicht mehr verwenden darf? Tetzlaff erinnerte zudem an die Stadt Dresden, wo der Bau einer wichtigen Brücke dazu geführt habe, dass der Status des Welterbes wieder aberkannt wurde.

 Alexandra Finck von Finckenstein gab dem Vorhaben zumindest in Form einer Einzelbewerbung der Gemeinde keine Chance. „Wir machen uns damit lächerlich. Wir werden keinen Antrag stellen“, sagte sie im Namen der Eigentümer-Familie des Wasserschlosses. Sie habe sich diesbezüglich bereits mit der Denkmalpflege ins Benehmen gesetzt.

 Der Antrag wurde zunächst zurückgestellt, auch Ensslen stimmte für diesen Schritt. Er will allerdings weiter daran arbeiten, dass die Weserrenaissance in die Unesco-Liste eingetragen wird. In der aktuellen Ausschreibung der Organisation liege der Fokus auf Kulturlandschaften. gus

Stichwort: Welterbe

Das Unesco-Welterbe ist in zwei Kategorien aufgeteilt: Das Weltkultur- und das Weltnaturerbe. Insgesamt stehen 1007 Denkmäler in 161 Ländern auf diesen Listen. Es gibt 810 Weltkulturdenkmäler, wobei 31 sowohl als Kultur- und auch als Naturdenkmal ausgewiesen sind. Für das Welterbe besteht eine unbedingte Erhaltungspflicht. Die geografisch nächstgelegenen Weltkulturerbe-Stätten sind der Hildesheimer Dom, der jüngst restauriert wurde, und das Fagus-Werk in Alfeld. Diese Fabrik wurde vom Bauhaus-Architekten Walter Gropius entworfen. Zu den bedeutendsten Weserrenaissance-Gebäuden gehören das Mausoleum Stadthagen und die Stadtkirche Bückeburg.

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