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Kräftig Gegenwind

Hülsede Kräftig Gegenwind

Mit Spannung haben die etwa 80 Zuhörer im Gasthaus Steinmeyer den Beginn der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Hülseder Gegenwind“ erwartet.

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Quelle: dpa

Hülsede. Moderator Egbert Gelfert freute sich zwar über die rege Beteiligung, schlug aber einen ernsten Ton an, als er begann, die Initiative vorzustellen.

 Man habe Angst vor den „Monsterwindrädern, die sowohl die Gesundheit gefährden als auch die Landschaft verschandeln“. Die Initiative werde alles tun, um die Errichtung eines Windparks mit vier Windkraftanlagen auf den Schafsweiden westlich von Hülsede zu verhindern. Nach diesen einführenden Worten Gelferts folgten Fachvorträge zu unterschiedlichen Problemen, die mit einem Windpark einhergingen.

 Eckard Arndt versuchte, die Dimensionen der geplanten Windräder greifbar zu machen. Dazu verglich er nicht nur den Kölner Dom mit den geplanten Windrädern (die den Dom mit ihrer Gesamthöhe von jeweils 198 Metern um 41 Metern überragen würden), sondern führte auch ein eigens angefertigtes Modell vor, um die Größe der Windenergieanlage in Apelern mit der geplanten Anlage in Hülsede zu vergleichen.

 Hans Walter Krannich klärte über mögliche Gesundheitsrisiken auf. Dazu zählte er unter anderem mögliche optische Auswirkungen wie Schattenschlag und wies auch auf die psychischen Komponenten der optischen Bedrängung und den damit verbundenen Verlust von Rückzugsräumen hin. Des Weiteren beklagte er, dass die Auswirkungen des durch Windkraftanlagen entstehenden Infraschalls nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht seien.

 Birgit Brüninghaus spekulierte über einen möglichen Grundstückswertverlust: „Durch diesen massiven Eingriff in die Natur wird nicht nur die Lebensqualität für uns verringert. Wer möchte denn hier bauen, wenn am Fuße Hülsedes vier 200 Meter große Windräder stehen?“ Tierschützer Martin Höhle zeigte, welcher Artenreichtum im Planbereich vorliegt. Er kam zu dem Schluss, dass „durch die Artenvielfalt und die große Anzahl an Bestand gefährdeter Tierarten diese Fläche sehr schützenswert ist“.

 Thomas Meierkordt brachte die wenigen anwesenden Befürworter einer Windkraftanlage mit seinen Worten zum Nachdenken. Er wies darauf hin, dass die Grundstückseigentümer bei Insolvenz der Betreiberfirma für den Rückbau der Anlagen verantwortlich gemacht werden können.

 Unruhe kam auf, als sich Manfred Meyer-Gattermann von der Betreiberfirma OWS zu Wort meldete. Nachdem er erklärt hatte, warum die gesundheitlichen Risiken verschwindend gering seien, fiel ihm eine Meinserin ins Wort und fragte, was es mit einem Schreiben Gattermanns vom Vortag auf sich habe. „Welches Schreiben?“, fragte auch Moderator Gelfert verwundert. Es stellte sich heraus, dass Gattermann an bestimmte Haushalte Briefe geschickt hatte, in denen die Gefahren der Windkraft als verschwindend gering dargestellt worden seien. Gattermann stritt ab, dass es sich um eine taktische Maßnahme gehandelt habe. js

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