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Landschaft nicht „vergewaltigen“

Windräder bei Eimbeckhausen Landschaft nicht „vergewaltigen“

Gut 50 Zuhörer haben sich in Schmarrie über mögliche Auswirkungen zusätzlicher Windräder bei Eimbeckhausen informiert. „Ich hoffe, wir stehen zusammen, damit dieses Unheil an uns vorüber geht“, bat Egbert Gelfert, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Hülseder Gegenwind“, das Publikum.

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Schmarrie (gus). Gelfert machte deutlich, dass die BI nicht grundsätzlich gegen Windkraftnutzung sei, sehr wohl aber gegen den Bau weiterer Windräder bei Eimbeckhausen. Dies käme einer „Vergewaltigung der Landschaft“ gleich. 197 Meter hohe Windräder könnten an der Kreisgrenze entstehen. Damit würden sie die jetzt dort stehenden Anlagen um 98 Meter überragen. Auf diese „Ungetüme“ würden Bürger Hülsedes, Schmarries und Messenkamps künftig blicken.

 Nach Worten Katrin Gläsers wiegt eine moderne Windkraftanlage 7000 Tonnen. Allein 3000 Tonnen entfielen auf das Stahlbetonfundament, das einen Durchmesser von 60 Metern habe. „Das ist etwas für die Ewigkeit, das baut niemand wieder aus“, so Gläser. Für Herstellung und Konstruktion einer Windkraftanlage seien 14,7 Millionen Kilowattstunden Strom notwendig, pro Jahr erzeuge solch eine Anlage aber nur etwa 6,4 Millionen Kilowattstunden. „Was ist an so einer Anlage eigentlich grün?“, fragte Gläser.

 Stephanie Krannich referierte über von Windrädern ausgehende Gefahren für den Menschen. Eisschlag und Blitzeinschlag gehören dazu. Rotoren und sogar ganze Anlagen seien bereits umgestürzt. Des Weiteren verwies sie auf krank machende Effekte wie Schattenschlag und Infraschall. Hans Walter Krannich kritisierte den Windkrafterlass der Landesregierung. Dieser beinhalte Halbwahrheiten und spare unangenehme Fakten aus. Der Gipfel ist aus seiner Sicht, dass Höhenbegrenzungen für Windräder nicht mehr festgesetzt werden sollen.

 Martin Höhle sprach drohende Schäden für die Fauna an. Schwarzstorch, Rotmilan, Fledermaus und viele weitere Tiere bevölkerten das Zielgebiet. Als Belege zeigte er Fotos erschlagener Vögel. Höhle bat die Zuhörer, ihm weitere Hinweise zu dortigen Tierpopulationen zu liefern.

 Das Verfahren für die mögliche Windkraft-Vorrangfläche bei Eimbeckhausen befindet sich noch in einem frühen Stadium. Am Donnerstag, 26. November, befasst sich der zuständige Fachausschuss der Stadt Bad Münder erstmals im Detail mit dem Thema. Im Dezember soll der Rat ein ergebnisoffenes Auslegungsverfahren der Planentwürfe beschließen. Windkraftgegner aus Hülsede und Schmarrie wollen die beiden Sitzungen besuchen.

 Die BI lässt sich mittlerweile von Rechtsanwalt Michael Elicker aus Ramstein beraten. Die Gruppe erstattete darüber hinaus Anzeige gegen unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Bückeburg, weil am Süntel Vogelhorste abgebrochen worden seien. Für die Stelle gibt es ebenfalls Pläne zum Bau von Windrädern.

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