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Rat sagt Ja, BI will weiterkämpfen

Bad Münder/Hülsede Rat sagt Ja, BI will weiterkämpfen

Ungeachtet der Proteste aus dem Bereich Schaumburg hat der Bad Münderaner Rat in seiner Sitzung am Donnerstagabend den Auslegungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes „Windenergie“ gefasst.

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Martin Höhle

Quelle: jhr

Bad Münder/Hülsede. Die Sitzung wurde teilweise mit Zwischenrufen unterbrochen, auch von Windkraftgegnern aus der Gemeinde Hülsede.

„Der Entwurf wird zum zweiten Mal ausgelegt, um den Bürgern und Behörden Möglichkeit zu geben, ihre Einwendungen oder Korrekturen anzubringen“, hatte Uwe-Peter Keil (SPD) bei der Vorstellung der Verwaltungsvorlage deutlich gemacht. In ihr war zusammengefasst, was unter der Regie des Planungsbüros von Luckwald in den vergangenen Monaten entwickelt worden war.

Drei Flächen will die Stadt als Vorranggebiet für Windenergie ausweisen – bei Eimbeckhausen, bei Flegessen und bei Dahle. Dies hat zur Folge, dass im verbleibenden Stadtgebiet keine weiteren Windkraftanlagen errichtet werden können. Wildwuchs, wie er im Bereich Coppenbrügge kritisiert wurde, soll dadurch verhindert werden.

SPD und Grüne lobten den Entwurf. „Saubere Arbeit“ habe der Gutachter geleistet, so Fraktionschef Rolf Wittich. Auch die CDU korrigierte ihre bisherige Ablehnung des Entwurfs.

Die Hülseder Windkraftgegner bewerten die Diskussion kritisch, wollen angesichts des Beschlusses aber ihre Arbeit keineswegs einstellen. „Es ist erschreckend, wie uninformiert die Politiker waren“, sagte Stephanie Krannich gegenüber dieser Zeitung. Sie bezweifelt, dass es richtig ist, Politiker ohne Expertise über solche Projekte abstimmen zu lassen.

Aus ihrer Sicht wurden nur die bereits bekannten Argumente wiederholt, beispielsweise, dass Windkraft helfe, die Kernkraftwerke abzuschaffen. Dass erneuerbare Energiequellen allein aber nicht zur Versorgung ausreichten, gehe dabei unter. Auch Hans-Walter Krannich ist dieser Meinung. „Der Bürger wird vorgeführt“, meint er. Ihm ist der gesamte Windkrafterlass der Landesregierung ein Dorn im Auge.

Martin Höhle vermutet, dass die Planung vor allem den Interessen der Kernstadt Bad Münder dient. Dort sitze das größte Stimmenpotenzial bei den Kommunalwahlen. Daher sollen die Windräder an den Rand der Einheitsgemeinde gedrängt werden, um möglichst wenige Wähler zu verärgern. Inhaltlich hält Höhle an den Argumenten des Artenschutzes fest. So seien die Vogelpopulationen nur bis einen Kilometer ins Schaumburger Gebiet hinein untersucht worden. Der Schwarzstorch – zum Beispiel – brauche aber einen Schutzabstand von 1,5 Kilometern zu Windkraftanlagen.

Die Sitzung in Bad Münder sei überdies noch kein entscheidender Termin gewesen, denn nun kommt es erst zur öffentlichen Auslegung der Entwürfe. Die Bürgerinitiative (BI) „Hülseder Gegenwind“ will weiter dafür kämpfen, dass ihre Argumente in den Amtsstuben Gehör finden. Ein Lob richtete Hans-Walter Krannich an die Hülseder Politiker, die die Sorgen ihrer Bürger ernst nähmen. gus, jhr

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