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Hülsede Schutzwürdig, aber nicht schutzbedürftig
Schaumburg Rodenberg Hülsede Schutzwürdig, aber nicht schutzbedürftig
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00:15 07.04.2015
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Hülsede (gus)

„Allzu schnell werden wir das wohl nicht hinkriegen“, sagte die zuständige Dezernentin, Ursula Müller-Krahtz, auf Anfrage dieser Zeitung. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass der Teil des Süntels, der auch in die Gemeinde Hülsede hinein reicht, die Wertigkeit eines Naturschutzgebiets hat. Doch ganz einfach wird die Ausweisung nicht.
Müller-Krahtz weist zum einen auf den Umstand hin, dass es sich um ein grenzübergreifendes Gebiet handelt. Alle Schritte müssen deshalb mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont abgestimmt werden. Schließlich würde der Status Naturschutzgebiet auch die Nutzung des Nordsüntels beispielsweise für die Forstwirtschaft weiter einschränken.
Darüber hinaus hat der Landkreis Schaumburg derzeit viel zu tun auf dem Sektor. Es gebe Landschaftsschutz-Verordnungen, die auf dem Reichsnaturschutzgesetz basieren, das noch in den fünfziger Jahren Bestand gehabt habe. Diese gelte es, mit Blick auf moderne Rahmenbedingungen zu überarbeiten.
Hintergrund: Die Landesregierung möchte verlässliche Kriterien aufstellen lassen. Alles, was in den Schutzverordnungen für Landschafts- oder Naturschutzgebiete steht, soll Gesetzestexten gleichkommen. Doch manches ist nur auf der Grundlage von Verträgen festgelegt, was wiederum anfechtbar ist.
Weil die Überarbeitungen viel Arbeit mit sich bringen, steht der Nordsüntel momentan nicht zur Debatte, so Müller-Krahtz. Anders sähe es aus, wenn akute Gefahr drohe, dass das wertvolle Gebiet zerstört werden könnte. Das sei aber nicht der Fall. „Der Nordsüntel ist schutzwürdig, aber nicht schutzbedürftig“, formuliert es die Dezernentin. Denn immerhin trage das Gebiet ja jetzt schon den Status Landschaftsschutzgebiet.

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