Hülsede (nah). Warum gerade zu diesem Zeitpunkt die Flammen aus dem Filter schlugen, bleibt bislang unklar. Denn die Produktion ruhte am Wochenende. Gemeindebrandmeister Jürgen Wilkening vermutete deshalb, dass das Feuer vielleicht schon über Tage schwelte: „Vielleicht ist es durch den starken Wind am Sonntag angefacht worden.“
„Timo hat unsere Arbeitsplätze gerettet“, lobte Mitinhaberin Ute Knolle ihren Sohn, der auf die Flammen aufmerksam geworden war und Alarm geschlagen hatte. Sie befand sich mit ihrem Mann Volker gerade auf der Heimreise von einem Besuch im Harz. Beide sind heilfroh, dass das Unglück rechtzeitig bemerkt worden ist.
Wie Wilkening weiter mitteilte, hatte sich das Feuer bereits teilweise durch das große Rohrleitungssystem der Absaugvorrichtungen ausgebreitet. Eine Zwischendecke musste mit Sägen aufgeschnitten werden. Auch unter dem Filter selbst brannten Sägespäne. Durch Funkenflug war außerdem auf einem Nebengebäude Feuer entstanden: „Zum Glück“, lobte Wilkening die Sorgfalt der Einsatzkräfte, „haben wir alles rechtzeitig entdeckt.“
Gegen 21.30 Uhr waren die letzten Glutnester gelöscht. 60 Feuerwehrleute befanden sich in direktem Einsatz, darunter 30 Helfer unter schwerem Atemschutz. Weitere 90 standen in Bereitschaft, falls sich das Feuer ausgebreitet hätte. Am Brandherd eingesetzt waren außerdem die Drehleitern aus Bad Nenndorf und Bad Münder. Der Gerätewagen „Atemschutz“ der Kreisfeuerwehr lieferte weitere Reserveflaschen.
Für die 29 Mitarbeiter des Sitzmöbelunternehmens begann die Arbeitswoche ganz normal. „Wir mussten niemand nach Hause schicken“, berichtete Knolle. Die Kommissionsfertigung sei vom Unglück nicht betroffen. Allerdings müsse die Teileproduktion eingeschränkt bleiben, bis eine mobile Absaugung zur Verfügung stehe. Ob diese ausreiche, um alle Maschinen wieder laufen zu lassen, sei noch nicht abzusehen. Über die Schadenshöhe gibt es bisher keine Angaben. Brandermittler und Versicherung haben sich angekündigt.
Den schnellen und umsichtigen Einsatz der Feuerwehrleute führte Wilkening auch auf deren gründliche Ortskenntnis zurück. Erst vor etwa einem Jahr war der Betrieb zuletzt Schauplatz einer Großübung gewesen.
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