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Hülsede Unruhe über der Beeke
Schaumburg Rodenberg Hülsede Unruhe über der Beeke
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14:25 13.04.2017
Andreas Bendig will die Parkbeschränkungen vor seinem Haus so belassen, wie sie jetzt sind. Quelle: NAH
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HÜLSEDE

„So nimmt man uns die Existenz“, fürchtet Wirtsfrau Ingrid Wächter.

Den Anlass für die künftige Beschilderung hatte die SPD-Fraktion gegeben, weil – so der Antrag – wiederholt parkende Autos auf beiden Seiten Anrainer behindert und im Notfall den Einsatz von Rettungsfahrzeugen beeinträchtigt hätten. Andreas Bendig vom Restaurant "Grünspan" widerspricht: „Da kommt sogar der Holztransporter durch.“ Schon vor zehn Jahren habe sich die Situation entzerrt, weil das benachbarte Wasserschloss etliche Parkflächen geschaffen habe. Deshalb stünden nur noch seine eigenen Gäste auf der Straße. Er achte selbst darauf, dass diese auf einer Seite parken und weise auf das Halteverbot vor seiner Tür hin. Allerdings gebe es auch Besucher, die die Schilder ignorieren.

200 Meter sind für viele Gäste zu viel

Bendig räumt ein, selbst nur wenige Parkplätze bieten zu können. Aber er genieße Bestandsschutz, weil es sich um ein historisches Gebäude handele, das er vor über 20 Jahren übernommen habe. Der Vorschlag aus dem Rat, die Gäste mögen vor der etwa 200 Meter entfernten Sporthalle ihre Fahrzeuge abstellen, quittiert er nur mit einem müden Lächeln: „Nach Mitternacht müssen die Leute im Dunkeln hinstolpern, weil die Straßenlampen abgeschaltet sind. „Im Winter könne es noch mehr Probleme geben, wenn in den Abendstunden Schneefall einsetze.

Sabine Ruppel vom Ordnungsamt der Samtgemeindeverwaltung verteidigt die Entscheidung, die noch ihre Vorgängerin als zuständige Straßenverkehrsbehörde in Absprache mit der Polizei getroffen habe. Die Schilder seien bestellt; sie würden in Kürze angebracht. Allerdings, räumte sie ein, könnte der Rat in seiner nächsten Sitzung sich noch einmal mit dem Thema befassen.

Ärger über Lärm befürchtet

„Es bleibt bei der Regelung“, unterstrich dagegen Bürgermeisterin Marion Passuth (SPD) auf Anfrage und bestätigte auch, dass sich Bendig an sie gewandt habe. So ganz will der Gastronom aber noch nicht aufgeben: „Hier in der Straße sind die Anlieger an nächtliches Türenschlagen und Geplauder und Gelächter gewöhnt. Wenn woanders geparkt wird, könnten sich Anlieger über Lärm beschweren. Dann gibt es ein neues Problem.“ Ingrid Wächter hat dagegen noch das Wahlprospekt der Sozialdemokraten in Erinnerung: „Mit einem Foto von unserem Haus und dem Zusatz, sich um den Erhalt der Gewerbebetriebe in der Gemeinde zu kümmern. Davon ist jetzt nichts mehr zu merken“.nah

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