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120 Euro extra pro Sportverein

Integration von Flüchtlingen 120 Euro extra pro Sportverein

Die beiden Sportvereine, die beiden Schützenvereine und die DLRG erhalten künftig 120 Euro pro Jahr extra für zu erwartende Integrationsleistungen. Dies ist das Ergebnis einer Debatte im Jugend- und Kulturausschuss des Fleckens Lauenau.

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Lauenau.. Der Antrag von Grüne/CDU auf kostenlose Mitgliedschaften für Kinder von Flüchtlingen und Hartz-IV-Empfängern wurde abgelehnt.

Bei der getroffenen Regelung handelt es sich um einen Kompromiss. SPD-Ratsherr Horst Koopmann sagte eingangs: „Das ist ein guter Antrag, aber schlecht recherchiert.“ Die Kinder von HartzIV-Empfängern haben laut Teilhabe-Paket, das 2011 auf den Weg gebracht worden war, Anspruch auf finanzielle Unterstützung. Ähnliche Möglichkeiten gebe es für Flüchtlingskinder. Zehn Euro pro Monat stünden zur Verfügung – dies müsse für Vereinsbeiträge reichen, so Koopmann.

Allerdings gilt diese Summe auch für Angebote wie Musikunterricht. Und die Eltern müssten das Geld erst beantragen. Dennoch: „Ließen wir diesen Antrag so durchgehen, dann würden wir mit der Gemeindekasse den Staatshaushalt entlasten“, bemängelte Koopmann.

Karl-Heinz Strecker (CDU) konterte: „Wir wollten eigentlich den kleinen Dienstweg gehen.“ Auf dem offiziellen Antrags-Weg seien viele Hürden zu nehmen. „Das macht doch keiner“, sagte der CDU-Politiker. Flüchtlinge sollten sofort integriert werden und sofort bei den Vereinen mitmachen können.

Verwaltungsmitarbeiter Jörg Döpke gab zu bedenken, dass mit dem Antrag von CDU/Grüne zu viel Verwaltungsaufwand im Rathaus entstünde. Es gelte außerdem zu klären, welche Vereine dies betrifft. „Sind Schützenvereine auch Sportvereine?“, fragte Döpke. Dies bejahte der Ausschuss. Koopmann wies zudem auf die DLRG hin.

Einfacher wäre es, so Döpke, wenn die Gemeinde eine Pauschale zahlte. Angesichts der zu erwartenden Flüchtlinge und der Hartz-IV-Empfänger in der Gemeinde, sei von etwa 25 betroffene Jugendlichen auszugehen. Die Gemeinde könne all jene Vereine, die sich bereit erklären, Flüchtlingskinder und Kinder aus Hartz-IV-Familien kostenlos mitmachen zu lassen, pro Jahr mit einer jährlichen Summe von 120 Euro ausstatten.

Koopmann warnte vor der Gefahr von Doppelförderung, weil auch der Landessportbund Geld für integrative Anstrengungen zuschießt. Dies bezweifelte Döpke, zumal Vereine einen erheblichen Integrationsaufwand zu schultern haben, weshalb ein weiterer Zuschuss durchaus gerechtfertigt wäre.

Auf einen Nachweis seitens der Vereine zum Erlangen der 120 Euro will Döpke verzichten, auch um die Identitäten der Hartz-IV-Empfänger zu schützen. Die Bemessungsgrundlage sei der Integrationsaufwand, den die Vereine leisten. Zudem bestehe auch noch die Möglichkeit, dass einzelne Vereine eine solche Zuwendung ablehnen.

Der Ausschuss verabschiedete die 120-Euro-Pauschale. Diese muss aber noch durch den Rat. Ob das Votum dort genauso ausfällt, ist nicht sicher – die SPD-Politiker Uwe Budde und Christiane Kowalkowski, die als Zuhörer an der Sitzung teilnahmen, bewerteten den Beschluss beinahe zeitgleich als „Kokolores“. gus

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