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Alibi durch Telefongespräche?

Mordprozess Alibi durch Telefongespräche?

Zum fünften Mal hat im Mordprozess gegen den Lauenauer Uwe K. (45) jetzt dessen frühere Geliebte ausgesagt. Die Zeugin belastet den Angeklagten schwer. Sie will  gesehen haben, dass K. am 27. Mai 2015 gegen Mittag im Zwischentrakt des Wohn- und Geschäftsgebäudes auf seine Frau Ines eingeschlagen hat.

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Quelle: Symbolfoto

Lauenau/Bückeburg. Der Angeklagte bestreitet das, beschuldigt seine Ex-Geliebte der Tat und hat diese wegen Mordes angezeigt. Am jüngsten Verhandlungstag ging es vor dem Bückeburger Schwurgericht um abgehörte Gespräche, die das Pärchen in den Tagen und Wochen nach dem Tod des Opfers geführt hatte.

An keiner Stelle dieser Telefonate ist davon die Rede, dass die Geliebte zur Augenzeugin des Verbrechens geworden sein soll. Die 43-Jährige aus Hannover  selbst erklärt das so: „Die Telefongespräche waren so beabsichtigt. Ich habe gesagt gekriegt, dass ich mich so normal wie möglich verhalten soll.“

Telefonate sollten Alibi verschaffen

Angeblich wusste oder ahnte K., dass die Polizei mithört. Den Angaben zufolge sollten ihm die Telefonate ein Alibi verschaffen. „Es war seine Absicht, so zu sprechen, damit alle mitbekommen, dass er es nicht gewesen ist“, so die ehemalige Geliebte. Sie selbst will mitgespielt haben, „weil ich in meinem Leben nichts anderes gelernt habe als zu gehorchen“. Von K. habe sie sich bedroht gefühlt.

Am Telefon klingt das teilweise anders. „Es ist so schön, deine Stimme zu hören“, sagt die 43-Jährige beispielsweise an einer Stelle. „Das spricht ja nicht unbedingt dafür, dass Sie in dem Moment Angst vor ihm hatten“, bemerkt Richter Norbert Kütemeyer. Die Frau antwortet, dass sie gedacht haben will: „Wenn ich tue, was er verlangt, ist alles gut.“

In einer anderen Passage erzählt sie dem Lauenauer ausführlich von Familienfeiern und weiteren Ereignissen aus ihrem Leben. An wieder einer anderen Stelle berichtet Uwe K., er habe während einer Vernehmung „fast gesagt, dass ich es getan habe, obwohl ich es nicht getan habe“. Die Reaktion der Geliebten: „Um Gottes Willen!“ Bis zum Prozess hatte die 43-Jährige behauptet, zur Tatzeit in Bad Nenndorf gewesen, bevor sie diese Aussage widerrief.

Fünf bis 15 Jahre Haft für Totschlag

Zuletzt hat Kütemeyer, Vorsitzender des Schwurgerichts, den rechtlichen Hinweis gegeben, dass im Fall eines Schuldspruchs auch eine Verurteilung wegen Totschlags infrage kommen könnte. Details nannte er nicht. Angeklagt ist Uwe K. wegen Mordes aus Heimtücke. Auf Totschlag stehen fünf bis 15 Jahre Haft. In besonders schweren Fällen kann jedoch auch eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden – wie bei Mord.

Wann das Urteil verkündet wird, ist noch offen. Vermutlich wird es Spätsommer oder sogar Herbst. Erneut hat die Verteidigung zuletzt mehrere Beweisanträge gestellt und weitere angekündigt. ly

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