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Als Badeanstalten in Mode kamen

Historischer Rückblick Als Badeanstalten in Mode kamen

Wenn die Sonne von einem leuchtend blauen Himmel scheint und die Temperaturen in die Höhe klettern, ist im Lauenauer Mineralbad eine Menge los. Hunderte von Besuchern genießen das Wasser und die großen Liegeflächen. Die Anfänge des Freiluftvergnügens liegen schon fast 90 Jahre zurück.

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Die ehemalige Badeanstalt in Messenkamp ist heute ein Naturidyll.

Quelle: nah

Lauenau/Messenkamp. Davor fanden die ersten Schwimmversuche noch in der Aue statt. Nahe dem Flutschütt und gar nicht weit vom heutigen Gelände entfernt, hatte damals wohl jedes Lauenauer Kind erste Kontakte mit dem Wasser. Schon 1912 gab es jedoch Überlegungen, ein „Bade- und Schwimmbassin“ zu bauen. Doch das Geld reichte nicht. Dann machten Weltkrieg und Inflation den Plan zunichte.

Erst 1926 lebte die Idee wieder auf, weil auch Fabrikant Carl Sasse dafür gewonnen wurde. Im April 1928 wurde das heutige Gelände gefunden. Schon im Sommer 1929 begann der Badebetrieb – allerdings noch ohne weitere Außenanlagen. Zum Umkleiden standen einige Möbelwagen zur Verfügung. Eröffnet wurde die Anlage am 15. Juni 1930. Erster „Bademeister“ war von 1928 bis 1948 Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer Heinrich Kruse. Schon beim Bau hatte sich Feggendorf mit einem Zuschuss von 500 Mark beteiligt. 1936 folgte ein Nutzungsvertrag zwischen Lauenau und der Nachbargemeinde – für 15 Mark im Jahr konnte die dörfliche Schuljugend die Einrichtung nutzen.

Das schönste Schwimmbad der Region

Die laufenden Kosten belasteten den Etat so sehr, dass Lauenau dankbar ein Angebot von Carl Sasse annahm: Im Mai 1937, wurde ein Pachtvertrag geschlossen, und die Firma Casala übernahm die Verwaltung sowie Umbauten, um den sozialen und hygienischen Vorschriften zu entsprechen. Mitarbeiter des Unternehmens entschlammten das Schwimmbecken und gaben ihm einen neuen Anstrich. Ein Umkleidehaus sowie ein Betonturm für die Sprungbretter entstanden. Bald galt das „Luft- und Schwimmbad der Gemeinschaft Casala“ als das schönste und gepflegteste in der Region. 1950 ging die Badeanstalt wieder in kommunalen Besitz über. Eine erste größere Sanierung folgte 1973 durch die damalige Samtgemeinde Lauenau, als Umwälzpumpen und Heizsystem sowie Duschen und Wärmehalle geschaffen wurden. Seit 1988 wird Sonnenenergie zum Erwärmen des Wassers genutzt. Es folgten Rutschbahn und ein „Wasserbaum“ sowie immer wieder technische Einrichtungen, von denen der Besucher nichts sieht.

Auch Messenkamp hatte mehr als 30 Jahre lang eine eigene Badeanstalt. Für diese setzte sich der damalige Lehrer Friedrich Bliefernicht ein und verwies auf das ehemalige Rottekuhlengelände und eine in der Nähe befindliche Quelle. Etliche Einwohner packten mit an und leisteten 1250 Stunden Arbeit, um ein 40 mal zwölf Meter großes Becken mit benachbartem „Tummelplatz“ zu errichten. Im Juni 1934 wurde die Anlage eingeweiht.

Mit Kröten und Molchen im Wasser

Viele Jahre nutzten die Einwohner das kleine Bad. Auch Schulklassen von Altenhagen II, Hülsede, Schmarrie und Beber kamen zum Schwimmunterricht. Ihnen machte offenbar die direkte Nachbarschaft mit Kröten und Molchen im Wasser nichts aus. Mitte der sechziger Jahre musste die Badeanstalt wegen behördlicher Auflagen aufgegeben werden. Bis heute aber ist der Ort stolz darauf, selbst einmal eine solche Einrichtung besessen zu haben.

In Altenhagen II gab es ebenfalls Überlegungen, die damals in Mode gekommene Bade-Idee im eigenen Ort zu realisieren. Eine geeignete Fläche nahe der heutigen Einmündung des Kalten Brink in die Straße Am Bache erschien dafür geeignet. Doch immer wieder versickerte das Wasser, das aus dem vorbeifließenden Altenhäger Bach umgeleitet wurde. Mit dem Verschwinden des nassen Elements schwand auch das Vorhaben: So gingen die dörflichen Badefans eben nach Messenkamp. nah

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