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Am 11. April 1945 endete in Lauenau der Krieg

Die letzten Schüsse galten dem Wesertal Am 11. April 1945 endete in Lauenau der Krieg

Frühjahr 1945: Der Krieg hatte den Flecken Lauenau bislang weitgehend verschont. Zwar brummten nachts die Bomberverbände hoch über Süntel und Deister hinweg; aber zum Glück verloren sie nie ihre gefährliche Last. Die SN schauen zurück.

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Beinahe friedlich verlief der Alltag in Lauenau bis zu den letzten Kriegstagen. Das Archivbild aus der Marktstraße entstand 1944. 

Quelle: Repro: nah

Lauenau. Direkte Kriegsnähe gab es für die Beschäftigten der örtlichen Casala-Werke: Sie stellten hölzerne Bauteile für ein Jagdflugzeug her. Einige Einwohner leisteten Schichtdienst als Luftraumbeobachter in der gut getarnten Flugwache auf Höhe „NN 142“ oberhalb des „Scheunenfeld“.

Am 4. April erreichten die amerikanischen Truppen Hameln. Schon am Tag darauf ruhte der Betrieb bei Casala. Am 6. April wurde befehlsgemäß die Flugwache niedergebrannt. Im benachbarten Messenkamp beraten Ortsgruppenleiter und Volkssturmführer, ob nicht noch eine Verteidigungslinie aufgebaut werden müsste. Doch wegen der schlechten Ausrüstung verzichten sie auf Maßnahmen. Auch sahen sie von der eigentlich befohlenen Vernichtung des Vorratslagers bei der Lauenauer Genossenschaft ab.

Am 8. April erreichten die Alliierten auf dem Weg über Rehren und Antendorf das Deister-Sünteltal. Doch sie ließen Lauenau buchstäblich „links liegen“. Über Pohle, Hülsede und Messenkamp zogen die Kolonnen über Nienstedt zum Tagesziel Weetzen im Calenberger Land. Neugierig machten sich einige Lauenauer auf den Weg nach Messenkamp, um die Verbände selbst in Augenschein zu nehmen. Auch Ortspolizist Riekmann war dabei, dem die Amerikaner jedoch sofort Diensthelm und Pistole abnahmen. Lange wurde im Flecken gerätselt, ob schon die weißen Fahnen gehisst werden sollten.

Am Morgen des 10. April erreichten amerikanische Artillerieverbände Lauenau. Rings um den Ort wurden Geschütze postiert und nördlich des „Scheunenfeld“ ein Munitionslager errichtet. Im heutigen Sonnenweg, in der Garten- und Garbenstraße sowie angrenzenden Bereichen wurden Häuser beschlag-nahmt, Tiere in den Garten gejagt oder geschlachtet. Decken und Handtücher dienten zum Putzen der Kanonen. Sämtliche Waffen aus Privatbesitz mussten am Ratskeller abgegeben werden. Vorübergehend gab es ein nächtliches Ausgangsverbot.

Am nächsten Morgen eröffneten gegen 11 Uhr die Geschütze mit einem Höllenlärm das Feuer: Die Ziele galten Stellungen deutscher Verteidiger im Wesertal und auf den angrenzenden Höhenlagen.

Am selben Morgen stand der damals 16-jährige Heyno Garbe vor dem Elternhaus in der Carl-Sasse-Straße, als sich ein Militärjeep näherte. Garbe musste seinen Wehrpass vorzeigen, auf dem er in HJ-Uniform abgebildet war: „Werwolf“, konstatierten die Soldaten und brachten ihn zur Rodenberger Stadtschule, die als Sammelstelle für Verhaftete diente.

Ein Gefängnisaufenthalt blieb ihm indes erspart: Mutig mischte er sich in einem unbeobachteten Moment unter bettelnde Kinder auf der anderen Seite der Auebrücke und fand später eine Rückfahrgelegenheit – auf dem Lastwagen eines hilfsbereiten Soldaten. „Vielleicht“, so erinnerte er sich einmal, „hat mich meine kurze Hose vor der Gefangenschaft bewahrt“. Strafe gab es trotzdem: Der Vater verordnete ihm Hausarrest.

Schon am 12. April durften die vorübergehend ausgewiesenen Familien wieder ihre Häuser betreten, fanden die Räume aber zum größten Teil verdreckt vor. Kaufmann Friedrich Hoppe wurde zum Bürgermeister bestellt; Baronin Rivalier von Meysenbug erwarb sich Verdienste als Dolmetscherin. Noch einmal erlebten die Lauenauer aufregende Stunden – diesmal wegen der inzwischen frei gelassenen Fremdarbeiter.

Einige von ihnen stürmten Geschäfte und wollten auch das des Schuhmachers Heinrich Kruse plündern. Doch der dort beschäftigte Pole Anton Dzielo stellte sich gegen die Eindringlinge und wies den Raubzug erfolgreich ab. nah

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