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Lauenau

Bei der „Spätlese“ rollt die letzte Kugel


Fast auf den Tag genau 26 Jahre nach seiner Gründung hat der Lauenauer Kegelclub „Spätlese 86“ zum letzten Mal die Kugeln geschoben. „Es geht nicht mehr“, sagt die seit Beginn amtierende Vorsitzende Jannette Madretzki: „Damals war ich Gründerin, jetzt bin ich Totengräberin."
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Zum letzten Mal haben Anneliese Feikes, Jannette Madretzki, Inge Senftleben, Uschi Pause, Ingeborg Thomalla und Gisela Schwabe (von links) die Kugeln geschoben.

© nah

Lauenau. Alter und Krankheit sowie mangelndes Interesse möglicher neuer Mitglieder haben die Gemeinschaft zu ihrem Schritt veranlasst. Diesen Weg sind schon etliche Gruppen vor ihr gegangen, obwohl Lauenau als Kegelhochburg galt. Der älteste noch existierende Klub geht auf das Jahr 1887 zurück. Zeitweilig gab es im Flecken drei Doppelbahnen. Legendär sind Keglerbälle und jährliche Ligaturniere mit Auf- und Abstieg zwischen zwei Leistungsklassen.

 So verwundert es nicht, dass der Freizeitsport früher viele Freunde fand. Wie in vielen Vereinen und Freundeskreisen verabredete sich auch in der Siedlergemeinschaft eine Gruppe Frauen. Acht Mitglieder waren es zu Beginn. Später gab es bis zu 17 Mitstreiterinnen, die neben den 14-täglichen Kegelterminen zu jährlichen Reisen aufbrachen. Sogar eine Woche Mallorca stand auf dem Programm. Der Kegelkonkurrenz haben sie sich nicht verschlossen: Kaum war das Bowling-Center im Logistik-Park geöffnet, versuchten sie sich auch mit dessen Kugeln.

 Zuletzt blieben sechs Damen übrig – und die wollen sich nicht aus den Augen verlieren: „Alle vier Wochen treffen wir uns zum Klönen“, haben sich Jannette Madretzki, Uschi Pause, Anneliese Feikes, Gisela Schwabe, Inge Senftleben und Ingeborg Thomalla versprochen.

 „Einen bedauerlichen Trend“, nennt der Vorsitzende des Sportkeglervereins (SKV) Auetal, Jürgen Wehner, den Niedergang der Bohlendisziplin. Seine vor 40 Jahren gegründete Gemeinschaft zählte in ihrer besten Zeit 300 Mitglieder. Heute sind es nur noch 30, von denen sich die meisten dienstags ab 17 Uhr auf der Bahn im Lauenauer „Enzianstüb’l“ treffen. Zwar hofft Wehner, noch recht lange zwei Liga-Mannschaften stellen zu können; doch er weiß auch: „Junge Leute haben dazu keine Lust.“ Wer wolle schon sechs Sonntage pro Jahr für die Wettkämpfe opfern.

 „Enzianstüb’l“-Pächter Uwe Bantelmann sieht dagegen einen leichten Aufwärtstrend beim Hobby-Kegeln. Neue Gruppen hätten sich erst kürzlich etabliert. „Jugendliche buchen sogar außer der Reihe eine Bahn“, freut er sich über das neu erwachte Interesse: „Ich glaube fast, der Trend zum Bowling kehrt sich wieder um.“ Derzeit treffen sich bei ihm 34 Klubs in regelmäßigen Abständen.

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