Feggendorf (ems). „Hier oben ist es immer zwei bis drei Grad kälter als unten“, erklärte Wilhelm Mesenbrink und lobte die tüchtige Arbeitsgruppe des Heimat- und Museumsvereins, die extra für den „Tag des aktiven Bergwerks“ Tische und Bänke auf den Berg geschafft hatte. Nach dem Freiluft-Gottesdienst war sodann der Grill längst heiß – und die rund 80 Besucher konnten sich bei Bratwürsten, Kartoffelpuffern und „Stollentopf“ wieder aufwärmen.
„Ich bin mit Leib und Seele Bergmann“, äußerte mit Inbrunst Hans-Hermann Weber, seit drei Jahren Vereinsmitglied. „Hauptberuflich arbeite ich schon seit 27 Jahren bei Kali und Salz in Bokeloh“, erzählte der 54-Jährige fröhlich. Alexander Lehr, stellvertretender Betriebsleiter und Schatzmeister im Förderverein, stand originalgetreu gekleidet auf dem Zechenplatz und verwies Besucher, die den Stollen besichtigen wollten, an seinen Kollegen und „Oberbesucherführer“ Thomas Müller.
Müller oblag die ordnungsgemäße Ausrüstung der Besucher vor dem Gang in den Berg. „Gut 150 Meter haben wir uns schon vorgearbeitet“, berichtete Lehr – und auf die Frage, wo er denn das Ende des ungefähr 180 Zentimeter hohen Stollens sehe, erwiderte er: „Wir werden hoffentlich nie fertig.“ Womit er offenkundig die Begeisterung der Hobby-Bergarbeiter herausstellen wollte.
Etwas Besonderes zur Feier des Tages hatten die Bergleute des Besucherbergwerks Barsinghausen mitgebracht: eine kleine Kanone. Diese wurde traditionsgemäß mit Pulver gestopft und knallte so extrem laute Böllerschüsse in den stillen Wald, dass sogar der Boden bebte und dichte weiße Qualmwolken aufstiegen. Die Bergleute zeigten sich erfreut über diesen zünftigen Effekt.
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