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Chef-Ermittler: K. ist der Mörder

Bluttat in Lauenau Chef-Ermittler: K. ist der Mörder

Im Prozess gegen Uwe K. aus Lauenau hat das Bückeburger Schwurgericht den Leiter der Mordkommission vernommen. Der Beamte ist überzeugt, dass K. seine Frau umgebracht hat.

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Das Gericht möchte einen Ortsterminin dem Hausanberaumen, wo Ines K. vor knapp einem Jahr getötet wurde.

Quelle: Archiv

Lauenau/Bückeburg. Beim Eintreffen von Polizei und Rettungskräften hatte Uwe K. mehrfach den Verdacht geäußert, dass seine Ehefrau Opfer eines Raubmordes geworden sei.

„Von einem Fremdtäter gehen wir nicht aus“, sagte der Chef-Ermittler am jüngsten Verhandlungstag. „Wir haben alle Indizien zusammengetragen und sind letztlich zu dem Ergebnis gekommen, dass Herr K. mit einem sehr hohen Grad von Wahrscheinlichkeit der Täter ist.“ Auch die operative Fallanalyse sei hinzugezogen worden. Fallanalytiker der Polizei sind Experten, die bei schweren Straftaten zum Einsatz kommen.

Ein Indiz, das gegen den Angeklagten spricht: Am Tag der Tat, dem 27. Mai 2015, soll K. bereits um kurz nach 6 Uhr morgens mit seinem Smartphone im Internet nach der Notrufnummer für einen Rettungswagen gesucht haben. Die Tatzeit liegt nach Erkenntnissen von Oberstaatsanwalt Frank Hirt jedoch zwischen 12.08 und 12.43 Uhr. Dies könne darauf hindeuten, dass die Tat geplant war.

Im Zeugenstand bestätigte der Ermittlungsleiter, dass das Handy des Verdächtigen ausgewertet worden ist. Das Ergebnis bezüglich der Notrufnummer sei auch der damaligen Geliebten des 45-Jährigen mitgeteilt worden. Ein Trick, denn: „So wollten wir provozieren, dass es darüber zu Gesprächen zwischen beiden kommt.“ Ob es diese Gespräche gegeben hat und was der Inhalt war, sagte der Polizist nicht, weil die Verteidiger Dirk Baumann und Christoph Hessel damit nicht einverstanden waren – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Bisher ist das Ergebnis der Telefonüberwachung im Prozess nämlich noch nicht erörtert worden. Fest steht, dass Polizisten die Gespräche des Pärchens mitgehört haben.

Gericht plant Ortstermin am Tatort

Die Geliebte hat offensichtlich zu keinem Zeitpunkt unter Mordverdacht gestanden. „Sie hat den Status einer Zeugin behalten, ein Tatverdacht konnte nicht begründet werden“, berichtete der Chef der Mordkommission und fügte hinzu. „Es gab keinerlei Anhaltspunkte, dass sie unmittelbar an der Tat beteiligt war.“

Dem Angeklagten wirft Oberstaatsanwalt Hirt vor, seiner Frau durch mindestens vier Schläge mit einer hölzernen Zaunlatte den Schädel zertrümmert zu haben. Anschließend soll er dem noch lebenden Opfer drei Müllsäcke über den Kopf gezogen und diese am Hals mit einem Expanderband zusammengezogen haben. Der Tod, so heißt es, sei durch Ersticken eingetreten.

Laut Anklage wollte der Handwerksmeister mit seiner Geliebten, einer 43-Jährigen aus Hannover, ein neues Leben anfangen. Demnächst sehen beide sich übrigens wieder. Das Gericht plant einen Ortstermin in dem Haus, wo der Mord passiert ist.

Die Ex-Geliebte behauptet, aus einem Versteck im Gebäude gesehen zu haben, dass Uwe K. seine Frau niedergeschlagen hat. Im Gegenzug hat K. Strafanzeige erstattet, unter anderem wegen Mordes. Der Angeklagte beschuldigt seine Ex-Freundin, die Tat begangen zu haben – allein oder mit einem Komplizen.

Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin zwar ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau aus Hannover eingeleitet, sieht aber keine neuen Ermittlungsansätze. Dringender Tatverdacht besteht weiter nur gegen Uwe K. Der Leiter der Mordkommission hat übrigens Zweifel an der belastenden Aussage der ehemaligen Geliebten. „Es gab keinen Hinweis für die Anwesenheit der Frau am Tatort“, sagte er. ly

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