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Der Flecken kauft weiteres Haus

Lauenau / Fachwerk an der Marktstraße Der Flecken kauft weiteres Haus

Um das historische Ambiente der Ortsmitte weiter aufzuwerten, hat der Flecken Lauenau das Haus Marktstraße 1 erworben. Das markante Fachwerkgebäude direkt an der Einmündung zum „Rundteil“ soll grundlegend restauriert werden.

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Der Flecken Lauenau will den alten Schuhmachersitz (links) sanieren: Drogeriebesitzer Fritz Hoppe plant eine denkmalgerechte Umgestaltung.

Quelle: nah

Von Bernd Althammer

Lauenau. Momentan unterrichtet dort ein Fahrlehrer seine Schüler, doch weitaus bekannter ist das über 300 Jahre alte Gebäude als ehemaliges Geschäftshaus einer Schuhmacherfamilie. Heinrich Meyer, dessen Vater Ludwig den Betrieb in der heutigen Molkereistraße gegründet hatte, eröffnete in ihm 1890 Werkstatt und Verkauf. Das damals eingerichtete Schaufenster gilt bis heute als erstes seiner Art in Lauenau.

Mit Ludwig Wilhelm Meyer als dritter Generation endete 1997 aus Altersgründen das Unternehmen. Schuhe wurden indes weiter verkauft: Gudrun Rettky führte ihr Geschäft bis 2009. Eigentümer des Gebäudes war zu diesem Zeitpunkt bereits Nachbar Fritz Hoppe. Wegen des hohen Unterhaltungsbedarfs wurde sich dieser jetzt mit der Gemeinde über den Verkauf einig. „Das Haus hat so viel Charme“, begründete Gemeindedirektor Uwe Heilmann auf Anfrage dieser Zeitung den einstimmig vom Verwaltungsausschuss beschlossenen Erwerb.

Zudem befinde sich das Baudenkmal in „so exponierter Lage“, dass der Erhalt unbedingt erforderlich sei. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll mit der Sanierung in Absprache mit der staatlichen Denkmalpflege begonnen werden. Zudem sei das Haus durch die derzeit im Flecken laufende Städtebauförderung erfasst.

Welche Nutzung das Gebäude auf lange Frist erfährt, sei derzeit völlig offen, so Heilmann weiter. Das jetzige Mietverhältnis aber werde erst einmal nicht angetastet. Mit der Pflege des Gartengrundstücks auf der Hofseite sei mit Nachbar Hoppe eine Vereinbarung getroffen worden.

Auch dieser plant an seinem Wohn- und Geschäftshaus größere Umbaumaßnahmen. Die jetzige Schaufensterverglasung einschließlich des Eingangsbereichs soll zugunsten einer besser zur Fachwerkfassade passenden Lösung weichen. Hoppe stimmt sich dabei mit den Denkmalbehörden ab, die die noch in diesem Jahr vorgesehene Investition offenbar bezuschussen wollen.

Heilmann erhofft sich mit den Veränderungen an den beiden Immobilien eine Sogwirkung für weitere optische Veränderungen in der Marktstraße. Zwei ebenfalls dem Flecken gehörende Geschäftshäuser sind bereits saniert worden. Ein weiteres in Privatbesitz ist derzeit von einem Gerüst umgeben. Auch ein privater Hauseigentümer hat inzwischen eine Renovierung noch in diesem Jahr angekündigt.

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