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Die letzte Ehre

Günter Demnig verlegt fünf Stolpersteine Die letzte Ehre

Grau, kalt und windig ist er gewesen, der Donnerstagmorgen, an dem Lauenau seine ersten Stolpersteine bekam. Im Schneetreiben verlegte der Künstler Gunter Demnig fünf der Gedenksteine an Holocaust-Opfer, die im NS-Terror aus dem Flecken vertrieben und zu Tode gekommen worden waren.

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Gunter Demnig verlegt die fünf Stolpersteine vor den Augen von rund 30 Zuschauern.gus

Lauenau. Würdiger hätte die Kulisse kaum sein können für die beklemmende und zugleich notwendige Zeremonie. Doch einige Lauenauer Bürger vollendeten das Bild mit weiteren Gesten: Fritz Battermann platzierte ein Grablicht an der Langen Straße 13, wo Demnig die Steine für Hertha und Rudolf Freudenthal ins Straßenpflaster einpasste. Dort hatte Battermann als Kind oft gespielt. Mitglieder der St.-Lukas-Gemeinde legten an jedem der fünf Gedenksteine eine weiße Rose nieder.

 Der Initiator, Thomas Berger, bezeichnete die Stolpersteine als „letzte Ehre, die wir den Opfern noch erweisen können“. Juden seien bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts ins Ortsleben integriert gewesen, bildeten einen Teil der Gemeinschaft. Nun sind sie fort. „Die Erinnerung ist das Einzige, was verhindern kann, dass so etwas noch mal passiert“, betonte Berger.

 Dieser gab in Kürze die Schicksale der fünf NS-Opfer wieder, die deportiert wurden und in Konzentrationslagern ums Leben kamen. Wie es dort zuging, versuchte Berger mit Zitaten von Überlebenden zu verdeutlichen. Die gewaltdurchwobene und zynische Nazi-Ideologie war unüberhörbar: „Ihr seid hier nicht in einem Sanatorium, sondern in einem deutschen Konzentrationslager. Wem das nicht passt, der kann gleich in den Draht gehen“, soll ein Wachmann den Häftlingen bei deren Ankunft entgegen gebrüllt haben.

 Der stellvertretende Bürgermeister Wilfried Mundt dankte Berger als Initiator und Demnig als Ausführendem. Die Stolpersteine für Alfred und Martha Hammerschlag sowie für Ida Cahen geborene Hammerschlag verlegte Demnig an der Marktstraße 12. Dass die Zeremonie für den Künstler auch nach mehr als 40000 Exemplaren keine Routine ist, war augenscheinlich: Sacht polierte Demnig am Schluss jede der Messingplatten mit den Opfer-Namen und wirkte dabei gedankenversunken. Dann richtete er sich auf, sagte kein Wort. gus

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