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Ein Wahrzeichen feiert Geburtstag

Lauenauer Fleckendiener Ein Wahrzeichen feiert Geburtstag

Er gilt längst als Wahrzeichen für Lauenau: der Fleckendiener. Das Bronzedenkmal in Erinnerung an die Ausrufer, die bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts kommunale Bekanntmachungen lautstark verkündeten, steht seit jetzt 20 Jahren am Amtsgraben mit Blick in die Marktstraße.

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Seit 20 Jahren blickt der „Fleckendiener“ auf die Lauenauer Marktstraße.

Quelle: nah

Lauenau. An das runde Datum hat niemand in der „Lauenauer Runde“ gedacht, nicht einmal Initiator Heyno Garbe, der damals stellvertretender Vorsitzender war. Aber eine Leserin hat sich daran erinnert: die heute 95-jährige Margarete Marhenke.

Aus gutem Grund: Jener Feierstunde zur Enthüllung hatte sie nämlich ein besonderes Glanzlicht aufgesetzt, als sie mit buschigen Augenbrauen und breitem Schnauzbart, in schwarzem Anzug und der „Deistermütze“ auf dem Kopf an das Mikrofon trat. Sie läutete die schwere Handglocke und zitierte aus Bekanntmachungen, die der letzte Vertreter seiner Zunft, Heinrich Ostermeyer, von 1901 bis 1953 an den Straßenecken verkündet hatte.

Es sollen längst nicht nur amtliche Nachrichten gewesen sein. „Die Frauen und Mütter, die mit dem Mittagessen auf ihre Männer warten, können abräumen: Es dauert heute etwas länger“, schilderte sie unter anderem eine überlieferte Anekdote als Folge eines ausgiebigen Frühschoppens örtlicher Honoratioren.

Ostermeyer, das Original der jüngeren Ortsgeschichte, war gewissermaßen ein „Mädchen für alles“: Er bediente die Ratsglocke, war Fleischbeschauer, amtierte als Ordnungshüter sowie Nachtwächter und führte Protokolle. Vielen Vertriebenen und Flüchtlingen war er erste Kontaktperson zur Gemeindeverwaltung.

So lernte ihn auch der junge Bildhauer Josef Hauke kennen, der 1946 als Vertriebener seine Wahlheimat in Lauenau fand. Hauke, der zahlreiche Kunstwerke für sakrale und profane Zwecke schuf, kam 1996 der Bitte der „Runde“ gern nach, der Gemeindediener-Ära ein Denkmal zu setzen. Hauke schuf den listig blickenden Mann mit der Deistermütze, mit Tasche unter dem Arm und erhobenem Zeigefinger sowie der Rufer-Glocke in der anderen Hand. Zeitgenossen wollten schwören, dass die Bronzefigur Ostermeyer, der 1970 im Alter von 97 Jahren gestorben ist, wirklich entspreche. nah

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