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Ein Weckruf

Ausstellung „Jüdisches Leben in Lauenau“ Ein Weckruf

Die Ausstellung „Jüdisches Leben in Lauenau“ ist am Montag im Foyer der Sparkassen-Geschäftsstelle eröffnet worden. Sie ist Auftakt einer Aktionswoche, die die Stolperstein-Verlegung am Donnerstag umrahmt.

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Die Eröffnungsgäste schauen sich die Tafeln an.

Quelle: gus

Lauenau. Lauenau. Initiator Thomas Berger betonte, dass das jüdische Leben einst eine große Rolle im Flecken spielte. Er selbst sei vor 25 Jahren nach Lauenau gekommen und beileibe kein Fachmann für die Geschichte des Dritten Reichs. So habe er anfangs den Aussagen geglaubt, die lauteten, in Lauenau habe es keine Judenverfolgung gegeben.

Doch ein vom Heimatverein herausgegebenes Buch habe gegenteilige Fakten ans Licht gebracht: Jüdische Familien prägten Lauenau bis zu den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts ganz zentral. Und zwar in doppelter Hinsicht: Rein örtlich gesehen wohnten die Juden im Kern des Fleckens. Und darüber hinaus waren deren Professionen für die Mitbürger von besonderer Bedeutung. Mehrere Schlachter, Viehhändler und Textilkaufleute waren darunter.

Da er sich stets für jüdische Geschichte interessiert habe, machte sich Berger daran, den Aspekt jüdischen Lebens in seinem Wohnort aufzuarbeiten. Das Ergebnis ist in dieser Woche auf acht Schautafeln in der Sparkasse zu sehen. Dieselben Schautafeln stehen im Gemeindehaus an der St.-Lukas-Kirche.

Dabei konzentriert sich Berger, der außer vom Heimatverein auch vom Grafiker Theodor Vollmer unterstützt wurde, nicht allein auf die Zeit zwischen 1933 und 1945. Bis ins Jahr 1640 reicht seine Recherche zurück. Umso trauriger die Erkenntnis: Das jüdische Leben ist heute aus Lauenau verschwunden.

Die Ausstellung soll Berger zufolge auch ein Weckruf an die Mitbürger sein, ein bislang gemiedenes Kapitel der Ortsgeschichte aufzuarbeiten. Dazu haben die Lauenauer in dieser Woche mehrfach die Chance. Nach einem Vortrag Bergers am Montagabend geht es heute, Dienstag, 19.30 Uhr, in St. Lukas mit einem Gedenkgottesdienst an die Auschwitzbefreiung weiter.

Mittwoch hält Gunter Demnig um 19 Uhr den Vortrag „Stolpersteine: Spuren und Wege“. Am Donnerstag verlegt Demnig ab 9.30 Uhr die Gedenksteine an der Langen Straße und an der Marktstraße. Am Freitag endet um 17.30 Uhr die Ausstellung in der Sparkasse.

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