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Einbrecher kommen zum Abendbrot

Bad Nenndorf/Lauenau / Rentner-Ehepaar sitzt in der Küche Einbrecher kommen zum Abendbrot

Einem beherzten Gastwirt aus Coppenbrügge ist es zu verdanken, dass drei Einbrecher rasch gefasst worden sind. Die Langfinger kamen von Einbrüchen in Bad Nenndorf, Lauenau und Bad Münder.

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Bad Nenndorf/Lauenau (ly). Am Abend trieben sie sich hinter der Kneipe herum. Einem steckte ein „Kuhfuß“ im Ärmel, unter Einbrechern ein beliebtes Werkzeug. Sehr verdächtig.

Als der Hausherr die Fremden fragte, was diese auf seinem Grundstück zu suchen hätten, reagierten die Männer mit Ausflüchten. Nachdem sich das Trio vom Acker gemacht hatte, fuhren der Gastronom und ein Gast kurzerhand hinterher. Sie notierten sich die Nummer des Kennzeichens, riefen von unterwegs bei der Polizei an und hatten großen Anteil, dass die Einbrecher kurze Zeit später auf der Bundesstraße 3 aus dem Verkehr gezogen wurden. Im Auto lag noch Schmuck, die Beute aus Bad Nenndorf.

Vor dem Stadthäger Schöffengericht gab es jetzt ein Wiedersehen. Auf der Anklagebank saßen die drei Männer, alle aus Hildesheim und miteinander verwandt, 26, 39 und 44 Jahre alt. Zwei von ihnen verkündete Richter Kai Oliver Stumpe Bewährungsstrafen von zwei Jahren beziehungsweise 22 Monaten. Ein Angeklagter muss als Auflage 1500 Euro Geldbuße zahlen, der andere 500 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Beide Männer hatten sich weitgehend geständig gezeigt. Für den Dritten hätte Bewährung ebenfalls in Reichweite gelegen. Er zog es jedoch vor, dem Gericht eine Lügengeschichte aufzutischen, und behauptete, erst später in das Auto seiner Verwandten gestiegen zu sein. Wegen dreier Wohnungseinbrüche verurteilten Richter Stumpe und seine beiden Schöffen den Hildesheimer, einen Mann mit 23 Vorstrafen, zu 32 Monaten Haft. In zwei Fällen waren die Taten im Stadium des Versuchs stecken geblieben.

In seiner Urteilsbegründung betonte Stumpe, dass Opfer von Einbrüchen in hohem Maße beeinträchtigt würden, weil in deren Privatsphäre eingedrungen werde. „Besonders dreist“ nannte er die Tat in Bad Nenndorf. Ende Februar 2009 saß ein Rentner-Ehepaar gegen 18.30 Uhr beim Abendbrot in der Küche, während ein Einbrecher durch die Balkontür eindrang und in der Wohnung am Kurpark Schmuck für bis zu 800 Euro erbeutete, bevor er nach einem Sprung aus dem ersten Stock flüchtete. Die Komplizen hatten Schmiere gestanden. Auf ähnliche Weise ging das Trio später an der Pohler Straße in Lauenau vor, wurde jedoch gestört. Aus dem gleichen Grund verließen die Männer einen Tatort an der Birkenhöhe in Bad Münder ebenfalls ohne Beute.

Einer hat noch mehr auf dem Kerbholz. Mit einer EC-Karte, die bei einem weiteren Einruch gestohlen worden war, hob er an Automaten in Eschershausen dreimal Geld ab, insgesamt 1800 Euro. Juristen nennen das Computerbetrug. Ans Messer lieferte sich der Täter quasi selbst: Eine Überwachungskamera der Banks lieferte erstklassige Bilder, welche die Identifizierung enorm erleichterten. Leicht hatte es zuvor auch der Dieb gehabt: Direkt neben der Karte lag ein Zettel mit der Pin-Nummer.

Anfangs waren die Angeklagten mit weiteren Einbrüchen in Verbindung gebracht worden. Die Beweise reichten jedoch nicht. Wegen der umfangreichen Ermittlungen hatte es bis zum Prozess recht lange gedauert.

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