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Erster Blick in die Sprengstoffkammer

Neue Einblicke in "Feggendorfer Stolln" Erster Blick in die Sprengstoffkammer

Die Betriebsmannschaft des „Feggendorfer Stolln“ hat ein großes Ziel erreicht. Ein erster Trupp unter der Leitung von Peter Mühr ist bis in die Sprengstoffkammer vorgedrungen, die sich rund 350 Meter vom Zecheneingang und etwa 200 Meter von der bislang für Führungen erschlossenen Strecke entfernt befindet.

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Historischer Augenblick: Die Feggendorfer Betriebsmannschaft erreicht die alte Sprengstoffkammer.

Quelle: pr.

Feggendorf. Besucher müssen sich jedoch noch gedulden: Frühestens in eineinhalb Jahren dürften auch sie sich mit behördlicher Billigung in weitere Tiefen des Deisters wagen.

 Für Betriebsleiter Florian Garbe aber ist geradezu ein Traum in Erfüllung gegangen, der ursprünglich wohl noch länger hätte dauern müssen. Doch beim weiteren Vordringen auf der sogenannten Grundstrecke, dem Hauptgang im unterirdischen Stollensystem, öffnete sich nach einem weitgehend eingestürzten Bereich mit nur engem Durchlass plötzlich ein weitgehend unzerstörter Abschnitt. Zwar stand darin viel Wasser; doch die drei Männer kamen gut voran – bis hin zur Sprengkammer, in der sich zwar kein Dynamit mehr befand, die aber noch mit historischen Gefachen und Schildern ausgestattet war.

 „Ein montanhistorisches Schmuckstück“, schwärmt Garbe, „von dessen Existenz wir bis vor wenigen Wochen nichts wussten“. Natürlich war das Sprengstofflager in den alten Karten eingezeichnet. Gerätselt wurde jedoch über dessen baulichen Zustand. Dass es sich über mehr als sechs Jahrzehnte so gut erhalten ist, verblüffte selbst die Experten. „Da lohnt sich das Weitermachen“, sieht sich Garbe mit seinen Helfern neu motiviert, die vor jetzt 13 Jahren mit der Restaurierung der Kleinzeche begonnen hatten.

 Bis der neue Streckenabschnitt einschließlich Sprengkammer auch der Öffentlichkeit gezeigt werden kann, bleibt für die Stollenmannschaft noch viel zu tun. Einige Bereiche müssen von eingestürzten Steinen befreit und gesichert werden. Gleise sind zu verlegen, um den Umbau zu erleichtern. Dann erst entscheidet die zuständige Bergbehörde über eine mögliche Ausweitung der jetzigen Streckenführungen.

 Schon bisher stieß der „Stolln“ auf das Wohlwollen der Fachleute, zumal auch die Betriebsmannschaft dort kein „Disneyland“ errichten, sondern sich weiterhin auf die möglichst authentische Darstellung des historischen Kohlenabbaus in Kleinzechen des Deiters konzentrieren will. „Gebremster Tourismus“ bezeichnet er die hiesige Sehenswürdigkeit, zu der auch weiterhin keine Autostraße führen wird. Bergmännische Experten übernehmen die Führungen: Mit ihm werde es auch weiterhin keine angelernten Laien geben.

 Die neuen Fortschritte lassen auch auf weitere Mitglieder in der Betriebsmannschaft hoffen. Schon haben einige junge Leute das Durchschnittsalter deutlich verjüngt: „So kann es weitergehen“, hofft Garbe auf noch mehr Nachwuchs. Und mehr Besucher könnten es auch sein. Gut 3000 waren es im vergangenen Jahr. Ab dem 3. April sind sonntags auch unangemeldete Personen um 11 und um 14 Uhr willkommen. Besondere Betriebstage werden auch am 24. April („Deistertag“), 5. Mai (Stollnfest) und 25. September (Aktionstag zum Saisonende) sein.

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