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Ex-Geliebte bleibt im Visier der Anwälte

Mord in Lauenau Ex-Geliebte bleibt im Visier der Anwälte

Nach dem Ortstermin im Haus von Uwe K. und der erneuten Vernehmung von dessen Ex-Geliebter sind beide Verteidiger noch stundenlang in Lauenau geblieben, um „einige Geschehnisse durchzuspielen“, so Rechtsanwalt Christoph Hessel. Fazit: Die Ex-Geliebte von Uwe K. hat wieder nicht die Wahrheit gesagt.

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LAUENAU/BÜCKEBURG.  Baumann kommt in einer Stellungnahme zu dem Schluss, dass die Zeugin wieder nicht die Wahrheit gesagt hat – zum vierten Mal. Vielmehr seien die belastenden Angaben „der offensichtliche Versuch, ihre bisherige Aussage den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort anzupassen“.

Aus einem Versteck im Trakt zwischen Geschäftsräumen und Wohnhaus will die 43-Jährige am Mittag des 27. Mai 2015 beobachtet haben, dass K. mit einer Holzlatte auf seine Frau Ines eingeschlagen hat. Dann habe er Müllbeutel geholt. Das noch lebende Opfer war erstickt worden.

Am Anfang des Mordprozesses hatte die Ex-Geliebte noch erklärt, zur Tatzeit auf einem Parkplatz in Bad Nenndorf gewesen zu sein. Dann, so Baumann, habe sie behauptet, im Haus hinter einer Gitterbox gestanden und wegen der Dunkelheit erst nichts gesehen zu haben, bevor sie die Tür zum hellen Flur ein Stück öffnete.

Später hieß es, sie habe sich nicht hinter, sondern neben der Box aufgehalten. Beim Ortstermin schließlich erklärte die Zeugin sinngemäß, sie habe den Beginn des Geschehens nicht mitbekommen, weil sie zumindest am Anfang mit dem Rücken dazu gestanden habe – aus Sicht Baumanns Version Nummer vier.

Mangelndes Engagement kann den Anwälten niemand vorwerfen. Erneut hat sich Baumann das gesamte Wochenende mit dem Mordfall befasst. Falls die Plädoyers in seinen Sommerurlaub an der Nordsee fallen, will er für den einen Tag extra „einfliegen“. Zuvor aber kommt noch mehr Arbeit auf die Beteiligten zu. Sie müssen sich Mitschnitte der Telefonüberwachung anhören. Es geht um rund 1500 abgehörte Gespräche von K., viele mit der Geliebten.

Oberstaatsanwalt Frank Hirt hat beantragt, nur einen Teil davon vorzuspielen. Die Verteidigung will dagegen alle hören – wenn schon, denn schon. Richter Norbert Kütemeyer, der Vorsitzende des Schwurgerichts, hat vorsichtshalber Sitzungstermine bis Ende August anberaumt. Eigentlich sollte das Urteil schon am 23. Mai verkündet werden – nach 16 Sitzungstagen.

Die Verteidigung hat noch diverse Beweisanträge angekündigt. Einen davon stellte Anwalt Baumann bereits jetzt: Ein psychiatrischer Gutachter soll unter anderem bestätigen, dass Uwe K. weder an einer „Psychose noch einer anderen gravierenden Störung“ leidet, sein „Aggressionspotenzial gering ausgeprägt“ und er ein ausgeglichener Typ sei. So hatten den Handwerksmeister auch mehrere Zeugen beschrieben.

Laut Anklage wollte der 45-Jährige mit seiner Geliebten ein neues Leben beginnen. Für Baumann ist dies indes „nicht erkennbar“. K. hatte die Geliebte ebenfalls betrogen. Auch als seine Frau noch lebte, sei die 43-Jährige aus Hannover lediglich „Zweitfrau“ gewesen. Nach Baumanns Überzeugung hat die Beweisaufnahme nicht zu dem Ergebnis geführt, dass sich die Eheleute in einer prekären finanziellen Situation befunden hätten. Dies könnte ebenfalls ein Motiv sein.  ly

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