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Lauenau Ex-Geliebte von Uwe K. spricht vor Gericht
Schaumburg Rodenberg Lauenau Ex-Geliebte von Uwe K. spricht vor Gericht
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09:58 18.04.2016
Bis in die Abendstunden sitzen Richter und Schöffen im Gerichtssaal, um die Ex-Geliebte von Uwe K. zu verhören. Quelle: rg
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Lauenau/Bückeburg

Zum Auftakt hatte K. alle Vorwürfe bestritten und die Vermutung geäußert, dass die Frau den Mord in Lauenau begangen habe – allein oder mit Komplizen. Nach Darstellung der Verteidigung soll sie zur Tatzeit vor Ort gewesen sein.

"Ich war geschockt"

„Das ist erstunken und erlogen, so wahr ich hier sitze“, sagte die Zeugin am Freitag auf entsprechende Fragen des Bückeburger Schwurgerichts. „Gott ist mein Zeuge“, fügte sie hinzu. „Trifft es zu, dass Sie etwas mit dem Tod von Frau K. zu tun haben?“, fragte der Vorsitzende Richter Nobert Kütemeyer ganz direkt. „Nein, auf keinen Fall“, antwortete die Zeugin. Warum der Angeklagte alles auf sie schiebt, kann sich die 43-Jährige nicht erklären. „Ich war geschockt.“ Zur Vernehmung im vollen Saal kam die Frau ohne Anwalt und antwortete auf sämtliche Fragen von Richter Kütemeyer, obwohl sie es zumindest dann nicht müsste, wenn sie sich dadurch selbst belasten könnte.

In einer schriftlichen Erklärung, verlesen von Verteidiger Christoph Hessel, hatte Uwe K. behauptet, die Geliebte habe an jenem 27. Mai 2015 vor dem Wohn- und Geschäftsgebäude gewartet, obwohl sie wegfahren sollte. Im Prozess versicherte die Frau gestern, K. in Lauenau abgesetzt zu haben und dann mit dem Firmenwagen auf einen Parkplatz in Bad Nenndorf gefahren zu sein, wo sie auf einen Anruf des Mannes gewartet habe. „Ich rufe dich an, wenn du mich abholen kannst“, soll er gesagt haben.

Schädel zertrümmert und erstickt

„Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, zu warten“, berichtete die Ex-Geliebte. „Dann bin ich mit meinem Auto nach Hause gefahren.“ Den Firmenwagen habe sie auf dem Parkplatz stehen lassen. Das soll nach 13 Uhr gewesen sein. Nach Erkenntnissen von Oberstaatsanwalt Frank Hirt lag die Tatzeit zwischen 12.08 und 12.43 Uhr. Der Mörder hatte Ines K. zunächst mit zwei Zaunlatten den Schädel zertrümmert, bevor er der noch lebenden Frau drei Müllbeutel über den Kopf zog und sie dadurch erstickte. Tatort war der Trakt zwischen Büro und Wohnräumen.

Als denkbare Motive hatte Uwe K. der Ex-Geliebten „Eifersucht, Verletztheit oder Wut“ unterstellt. Er will ihr „immer wieder erklärt haben, dass sie die Zweitfrau ist“. Die Version der 43-Jährigen klingt völlig anders. „Ich hatte nicht vor, mit ihm zusammenzuleben“, sagte sie. Während einer früheren Vernehmung hatte die Frau dagegen zu Protokoll gegeben: „Wir hatten vereinbart, dass wir irgendwann zusammenziehen werden.“ Zum Teil verstrickte sich die Frau in Widersprüche, wenn es um Details ging. „Haben Sie heute gelogen?“, fragte Verteidiger Dirk Baumann gegen Ende der Vernehmung. „Teils habe ich gelogen, es dann aber wieder gerade gestellt“, antwortete sie.

Der Erklärung des Angeklagten widersprach die 43-Jährige noch in weiteren Punkten. So will sie weder gewusst haben, wo im Gebäude das Geld lag, noch wo die Ersatzschlüssel für das Haus versteckt waren. Uwe K. behauptet dies. Vor dem Gebäude in fremder Sprache telefoniert haben will sie ebenfalls nicht.

Ihren ehemaligen Geliebten nennt sie einen lustigen Typen. „Ich war verliebt, seine blauen Augen und die langen Haare haben mir gefallen.“ ly

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