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Ex-Geliebte will Mord gesehen haben

Spektakuläre Wende im Lauenauer Mordprozess Ex-Geliebte will Mord gesehen haben

Spektakuläre Wende im Mordprozess: Die frühere Geliebte von Uwe K. (45) hat ihre Aussage vom vergangenen Freitag widerrufen. Sie behauptet nun, mit eigenen Augen gesehen zu haben, dass der Mann aus Lauenau seine Frau Ines niedergeschlagen hat.

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Lauenau/Bückeburg. „Er hatte einen Balken und schlug ihr auf den Kopf“, sagte sie gestern vor dem Schwurgericht in Bückeburg. Das Opfer habe nur „Aua, Aua!“ geschrien. Daraufhin soll K. gesagt haben: „Stirb doch endlich.“ Später will die Geliebte, eine 43-Jährige aus Hannover, beobachtet haben, „wie er Tüten holte“.

Oberstaatsanwalt Frank Hirt legt dem Angeklagten zu Last, dem Opfer mit hölzernen Zaunlatten den Schädel zertrümmert zu haben. Anschließend soll er der noch lebenden Frau drei Müllsäcke über den Kopf gestülpt und am Hals mit einem Band zugezogen haben, bis die 42-Jährige an jenem 27. Mai 2015 erstickt sei. Hirt glaubt, dass der Handwerker mit seiner Geliebten ein neues Leben beginnen wollte.

Die Ex-Geliebte hat gestern eine Kehrtwende gemacht. In ihrer ersten Vernehmung hatte sie noch ausgesagt, sie habe K. zum Wohn- und Geschäftsgebäude nach Lauenau gebracht, sei dann aber mit einem Firmenwagen auf einen Parkplatz in Bad Nenndorf gefahren, um dort auf eine telefonische Nachricht zu warten, wann er abgeholt werden wolle. Plötzlich heißt es, K. habe sie mit ins Haus genommen. Die Tat, begangen im Trakt zwischen Büro und Wohngebäude, will sie aus einem Versteck in den Ausstellungsräumen beobachtet haben. Angeblich wollte sie von der Ehefrau nicht im Haus gesehen werden.

Auf die Frage von Richter Norbert Kütemeyer, warum sie all das bisher nicht gesagt habe, antwortete die Zeugin: „Ich hatte Angst um meine Kinder.“ Außerdem soll K. ihr gedroht haben: „Du steckst da mit drin.“ Wie es um die Glaubhaftigkeit der jüngsten Aussage bestellt ist, muss sich zeigen. In ihrer ersten Vernehmung am Freitag (wir berichteten) hatte sich die Ex-Geliebte mehr als einmal in Widersprüche verstrickt und sogar zugegeben, zumindest „zum Teil gelogen, es dann aber wieder gerade gestellt“ zu haben.

Diesmal betrat sie den Saal in Begleitung eines Rechtsanwaltes, der im Zeugenstand ihre Hand hielt. „Ich schäme mich so sehr, dass ich nicht geholfen habe“, sagte die 43-Jährige, die in der Firma des Angeklagten mitgearbeitet haben soll, den Chef zu Kunden und Messen begleitete.

Über weite Strecken der Vernehmung vor dem Schwurgericht weinte die Frau aus Hannover, zeitweise zitterte sie am ganzen Körper, trat einmal gegen den Tisch oder riss an den eigenen Haaren, als wolle sie diese büschelweise ausreißen. „Mir ist so schlecht, und ich spüre meine Beine nicht mehr“, sagte die 43-Jährige nach etwa einer halben Stunde. Richter Kütemeyer gönnte ihr daraufhin eine längere Pause. Dann fuhr ein Rettungswagen vor, der die Zeugin ins Krankenhaus brachte. Die Vernehmung wird fortgesetzt. Zu Beginn hatte die Ex-Geliebte erklärt: „Ich halte den Druck nicht mehr aus.“

Damit belastet sich das einstige Liebespaar nun gegenseitig. Zum Prozessauftakt hatte Uwe K. seine frühere Geliebte beschuldigt, den heimtückischen Mord allein oder mit Komplizen begangen zu haben, „gegebenenfalls aus Eifersucht, Verletztheit oder Wut“, wie es in einer von Verteidiger Christoph Hessel verlesenen Erklärung hieß.  ly

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