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Fachwerkhaus bennt komplett ab

Feggendorf / Großfeuer Fachwerkhaus bennt komplett ab

Eines der ältesten Gebäude des Schaumburger Landes ist in der Nacht zu Dienstag komplett niedergebrannt. Das Fachwerkhaus am Ortseingang Feggendorfs stand gegen 1 Uhr aus noch ungeklärter Ursache in Flammen - die Feuerwehren Feggendorf, Lauenau, Rodenberg und Bad Nenndorf wurde um 1.10 Uhr alarmiert.

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Die Feuerwehr wässert am Morgen das qualmende Stroh.

Quelle: gus

Feggendorf. Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden, denn das Haus ist seit etwa zehn Jahren unbewohnt. Teile des mehrfach erweiterten Komplexes sollen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammen. Warum das Feuer ausbrach ist noch unklar.

Auch wenn das Haus unbewohnt war: Die Lage schien aus mehrlei Gründen brenzlig. Zum einen lagerten Dutzende Strohballen in einem als Scheune genutzten Teil des Fachwerkkomplexes. In Verbindung mit dem stark wehenden Wind entstand starker Funkenflug, sodass benachbarte Gebäude in Gefahr gerieten. Außerdem ist Feggendorf bekannt für seine problematische Wasserversorgung in solchen Situationen - es gibt nur eine Leitung.

Als die ersten Feuerwehren am Einsatzort eintrafen, standen diese vor einer riesigen Feuersäule. Um eine zweite Wasserzufuhr zu ermöglichen, mussten weitere Feuerwehren aus Altenhagen II, Messenkamp, Apelern und Rodenberg hinzueilen und eine Leitung bis nach Lauenau legen. Insgesamt waren nach Angaben von Zugführer Mirko Lattwesen 163 Brandbekämpfer vor Ort. Aus Bad Nenndorf war die neue Drehleiter erstmals im Löscheinsatz.

Bereits kurz nach Beginn des Löscheinsatzes brachen die Seitenwände des alten Gebäudes ein, eine Mauer stürzte auf den Gehweg. Den Feuerwehren gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude zu verhindern. Der Stromversorger kappte die Leitung zu dem brennenden Grundstück, um die übrigen Wohnhäuser wieder mit Elektrizität verorgen zu können, denn der Kreislauf wird bei Bränden automatisch unterbrochen. Ein Problem stellte dies besonders für das Gasthaus Zur Linde dar, das ein Kühlhaus betreibt.

Gegen 4 Uhr waren die Flammen zunächst gelöscht, die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer aber noch längst nicht getan. Bis zum Morgen hielten diese Brandwache und wässerten das Stroh. Allerdings drang das Wasser nicht bis zur Glut hervor, sodass die Überreste des Fachwerkhauses stetig qualmten, hier und da züngelten Flammen hervor. Anwohner versorgten die Feuerwehren mit Getränken und Brötchen.

Ein Bagger rollte gegen 8.30 Uhr an, um die Trümmer auseinanderzunehmen. Die Feuerwehrleute spritzen immer dann Wasser auf die Schaufel, wenn sich darin qualmendes Stroh befand. Der Einsatz endete um 13.45 Uhr. Die Polizei konnte nach erster Inaugenscheinnahme keine Erkenntnisse zur Brandursache bekannt geben, die Untersuchungen wurden am Dienstag aufgenommen. Der Schaden wird mit 200.000 Euro beziffert.

Hof stammt  aus dem Jahr 1553

Der sogenannte Hof Prell in Feggendorf wurde im Jahr 1553 gegründet. Ein Hauptgebäude, eine Scheune und eine Leibzucht (Altenteil) gehörten dazu. Nach dem Lauenhäger Bauernhaus von 1540 gilt es als das zweitälteste im Landkreis Schaumburg. Die IG Bauernhaus, die sich der Bewahrung solcher Baudenkmäler widmet, versuchte seit 2005, den verfallenden Hof Prell unter Denkmalschutz zu stellen. Er wurde schließlich in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude aufgenommen. "Denkmalwürdig war das Gebäude auf jeden Fall", betont IGB-Sprecher Manfred Röver. Es habe intensive Bemühungen gegeben, mit dem Eigentümer eine Lösung zu finden, um das Haus zu konservieren - ohne Erfolg.

Jetzt ist der Hof Prell endgültig Geschichte.

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