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Lauenau Flucht vor Sturm und Regen
Schaumburg Rodenberg Lauenau Flucht vor Sturm und Regen
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00:15 28.12.2014
Austoben vor dem Krippenspiel: Mutter Steffi mit Luke und Henri. Quelle: nah
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Lauenau.

Die Eltern und Sohn Julian pflegen eine kleine Tradition. Entweder sie besuchen in den Stunden vor der Bescherung das Hallenbad oder den hannoverschen Zoo. Doch diesmal zog es sie über den Deister. Dass hier sogar am 24. Dezember noch bis 14 Uhr geöffnet ist, wollen sie komplett ausnutzen.

Aus Haste sind Papa Michael und Tochter Antonia (11) mit deren Freundin Joleen (10) gekommen. „Die Kinder sollen sich bewegen“, begründet er den kleinen Ausflug angesichts der bevorstehenden Festtage. Einen ähnlichen Gedanken verfolgt Mutter Steffi aus Rodenberg mit den Söhnen Luke (8) und Henri (5): „Die sollen sich richtig ausgetobt haben“, hofft sie, „dann sitzen sie heute Nachmittag beim Krippenspiel in der Apelerner Kirche ganz still in der Bank“.

Wie groß der Einzugsbereich der hiesigen Sportstätte ist, macht auch eine Familie aus dem Seelzer Ortsteil Dedensen deutlich. „Mal eben über die Autobahn nach Lauenau“ ist Vater Martin mit den Töchtern Fenja und Inga gekommen. Während die Mutter zu Hause die letzten Festtagsvorbereitungen trifft, tummelt sich der Rest der Familie fröhlich auf dem Eis – die Kinder natürlich perfekt ausgestattet mit Helm und Handschuhen und eigenen Schlittschuhen.

Gleich mit fünf Personen reiste eine Familie aus Wennigsen an. Die drei Töchter haben zwar schon etliche Runden auf Lauenauer Eis gedreht. Doch diesmal kamen auch die Eltern mit: „Was soll man machen bei dem Wetter“, stöhnen sie. So haben sie gemeinsam ihren Spaß, weil der Nachwuchs Vater und Mutter ordentlich auf die Kufen hilft. Nur ein Foto sollte davon dann doch nicht gemacht werden.

Auf dem Parkplatz vor der Eishalle weckt ein Auto mit britischem Kennzeichen die Neugier. Tatsächlich: Selbst internationaler Besuch ist Schaumburgs ungewöhnlichster Sportstätte nicht fremd. Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat die Familie die in Bückeburg lebenden deutschen Verwandten von Vaters Thomas besucht. Auf der Suche „nach etwas Weihnachten in Schaumburg“ verdarben Regen und Sturm einen Bummel über einen hiesigen Weihnachtsmarkt. So sind sie nach Lauenau gekommen, weil sich „Eislaufen ganz traditionell weihnachtlich anfühlt“. Deshalb schliddern jetzt Mae (12) und Jasmin (5) mit ihren Eltern über die gefrorene Fläche, freuen sich über den geschmückten Tannenbaum und die Sternendekoration – und über den „Pinguin“, der vor allem Jasmin als wichtige Stütze dient.

Miran braucht solche Hilfe nicht mehr. Der elfjährige Lauenauer schnürt gerade seine Schuhe: „Meine erste Saison“, strahlt er stolz, „mein Freund hat mir alles beigebracht“. Warum er nur Stunden vor der zu erwartenden Bescherung nun gerade hier zu finden ist, kommentiert er mit knappen Worten: „Einfach aus Langeweile“.

Die ebenfalls aus Lauenau stammende Michaela hat sich neben dem Ticket an der Kasse auch ein paar Leihschuhe besorgt. Ganz gekonnt dreht sie bereits ihre Runden. Wenn am Abend unter dem Weihnachtsbaum dann endlich die ersehnten eigenen Schlittschuhe liegen, will sie natürlich an den beiden Feiertagen wiederkommen: Geöffnet sei dann ja.

nah

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