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Gasmessung im Viertelstundentakt

Lauenau Gasmessung im Viertelstundentakt

Die Lauenauer St.-Lukas-Kirche ist seit Donnerstag, 13.30 Uhr, absolute Sperrzone. Denn zu diesem Zeitpunkt haben Mitarbeiter des Unternehmens Römer-Biotec mit dem Einleiten des giftigen Sulfuryldifluorids begonnen, das bis zum Wochenende die Holzwürmer in dem Gotteshaus abtöten soll.

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Heiko Sudholz kurz vor dem Gaseinsatz.

Quelle: gus

Lauenau. So lange überwachen Mitarbeiter der Wilhelmshavener Firma den Prozess und natürlich auch den Bereich rund um die Kirche. An einem provisorisch eingerichteten Arbeitsplatz im Gemeindehaus lassen sich ununterbrochen die Gaszufuhr und vor allem die Konzentration in der Kirche ablesen. Alle 15 Minuten wird ein Wert ermittelt, anhand der Daten können die Spezialisten erkennen, wann sie mehr von der toxischen Schwefelverbindung einleiten müssen. Vermuten die Arbeiter ein größeres Leck, müssten sie mit Suchgeräten danach fahnden.

Da stetig etwas von dem Gas durchs Mauerwerk und durch verbliebene kleine Lücken entweicht, ist ein Nachsteuern ohnehin nötig. Der Inhalt dreier Gasflaschen – jeweils 56 Kilogramm – wurde am Donnerstagnachmittag über mehrere Leitungen eingespeist, die durch eine in ein Fenster gepresste Holzplatte ins Innere führen. Bis zum Ende des Einsatzes werden zwei bis drei weiteren Füllungen zum Nachjustieren benötigt.

Derzeit wäre das Betreten der Kirche tödlich. Doch Marcus T. Römer, Prokurist des Unternehmens, ist sicher, dass niemand hineingelangt. Dazu wäre Gewalt nötig, denn die Schlösser in den Türen sind ausgetauscht worden, und nur Römer-Mitarbeiter kommen an die Schlüssel.

So toxisch das Innere des Gotteshauses auch sein mag, so ungefährlich ist es nach Römers Angaben außerhalb des Gebäudes. Die Gasmenge, die übers Mauerwerk austrete, sei viel zu gering, um Schaden anzurichten. Ohnehin verflüchtige sich das Gas im Handumdrehen, sobald es ins Freie gelange. Nur zum Schluss wird es kribbelig – wenn die Türen geöffnet werden und das Gas mit Lüftern hinausgeblasen wird. Dann dulden die Arbeiter auch keine Schaulustigen in unmittelbarer Nähe. gus

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