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Lauenau Gefahr auf der A 2
Schaumburg Rodenberg Lauenau Gefahr auf der A 2
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00:16 16.01.2017
Sie sehen Gefahren für Mensch und Tier: Friedrich-Karl Reinecke (von links), Helmut Küper, Matthias von Münchhausen und Ferdinand Exler auf dem Geländestreifen neben der Autobahn.  Quelle: nah
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Lauenau

Die Jagdpächter von Apelern und Lauenau, Ferdinand Exler und Helmut Küper, sind schon länger in Sorge. Dabei wussten sie bislang nur wenig von der Bedrohung in ihren Revieren. Denn während sie bei Wildunfällen an allen anderen Straßen ihres Bereichs herbeigerufen werden, entgehen ihnen Zusammenstöße auf der Fernstrecke, da für die Folgen und Beseitigung der Kadaver die Autobahnmeisterei zuständig ist.
Allerdings machten sie ihre eigenen Beobachtungen: Rehwild steht oft nur wenige Meter neben der Autobahn. Im dichten Gehölz nahe der Abfahrt legen Ricken ihre Kitze ab. Und selbst in den Büschen, die im inneren Bereich der kurvigen Einfahrt in Richtung Hannover wachsen, werden gelegentlich Tiere entdeckt. Das Wild finde dort Ruhe. Verkehrslärm störe es nicht.
Die Polizei spricht bereits von einem Unfallschwerpunkt. Auf einer Karte sind allein fünf Ereignisse im unmittelbaren Auf- und Abfahrtsbereich auf der Süd- und Nordseite markiert. Sieben weitere Vorfälle passierten in direkter Höhe des Logistikparks. Nur zwei Unglücke geschahen etwas weiter entfernt.

Gefahr durch angrenzende Gewerbeflächen

Exler und Küper wie auch die Jagdgenossenschafts-Vorsitzenden Matthias von Münchhausen (Apelern) und Friedrich-Karl Reinecke (Lauenau) sind sich sicher, dass gerade in der jüngsten Bebauung der direkt angrenzenden Gewerbeflächen die Ursachen für die neuen Gefahrenlagen zu suchen sind. Zuvor boten hier noch Äcker Rückzugsflächen für das Wild. Nun sind Gebäude entstanden und große Flächen nicht mehr zugänglich.
Was aber blieb, ist zum Beispiel ein breiter und gut bewachsener Geländestreifen zwischen Zäunen und Autobahn. Das sehen die Tierexperten als Wildruhezone an. „Und dagegen können wir nichts tun“, sagt Reinecke. Eine Bejagung verbiete sich wegen der unmittelbaren Nähe zur Autobahn. Die Lösung könne nur ein Wildschutzzaun sein.
An eben diesen denkt offenbar die niedersächsische Straßenbauverwaltung. Julia Fundheller, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Hannover, bestätigte diese Überlegungen. Allerdings müsse dies noch in der so genannten Unfallkommission mit anderen beteiligten Behörden abgestimmt und danach finanziell abgesichert werden. Möglich sei ein Zaun von der Autobahnabfahrt in westlicher Richtung bis zur ersten Unterführung. Dies wäre der Gemeindeverbindungsweg zwischen Pohle und Apelern.
Den hiesigen Jagdverantwortlichen wäre diese Lösung recht. „Soweit wir jetzt wissen, ist es bisher zum Glück bei Blechschäden geblieben“, kommentiert Exler die auch für ihn neue Entwicklung. „Nicht auszudenken, wenn erst bei einem Wildunfall verletzte oder gar getötete Personen zu beklagen wären“, sagt er. nah

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