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„Ich nehme mir mein eheliches Recht“

Ehemann soll Frau geschlagen, getreten und sexuell missbrauch haben „Ich nehme mir mein eheliches Recht“

Als Staatsanwältin Karin Dubben die Anklageschrift verliest, schüttelt er nur mit dem Kopf. Sagen möchte der Angeklagte nichts zu den Vorwürfen - sein gutes Recht, ein Strick darf ihm daraus nicht gedreht werden.

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Quelle: Symbolfoto

Lauenau/Bückeburg. Vier Taten werden dem 37-Jährigen zur Last gelegt, verteilt über mehrere Monate. Mutmaßliches Opfer ist die damalige Ehefrau des Angeklagten, der Tatort Lauenau. Hintergrund der Auseinandersetzungen könnten die bevorstehende Trennung sowie Streit um ein gemeinsames Kind gewesen sein.

Am schwersten wiegt ein Vorwurf, der zu einer Zeit spielen soll, als das zwischenzeitlich geschiedene Paar noch eine gemeinsame Wohnung hatte. Aus Eifersucht und Verärgerung, so Staatsanwältin Dubben, soll der Mann seine Frau geschüttelt, ihr das T-Shirt vom Leib gerissen und sie in den Bauch getreten haben, bevor er ankündigte: „Ich nehme mir jetzt mein eheliches Recht.“ Die Anklage geht davon aus, dass es tatsächlich zu einem sexuellen Übergriff gekommen ist.

In einem weiteren Fall soll der Noch-Ehemann sauer darüber gewesen sein, dass er das Kind sehen wollte und nicht in die Wohnung gelassen wurde. In seiner Wut soll er Sturm geklingelt und gedroht haben: „Ich schlage Dich tot.“ Die Mutter solle aufpassen, wo sie hingehe, und sich ständig umdrehen. Um Schläge geht es im dritten Punkt der Anklage.

Der mutmaßlich letzte Vorfall liegt jetzt mehr als ein Jahr zurück. Erneut soll der 37-Jährige Einlass in die Wohnung seiner Frau begehrt haben, um das Kind besuchen zu können. Zornig soll er die gläserne Wohnungstür eingetreten und wiederum eine wüste Drohung ausgestoßen haben: „Egal, wo Du bist: Ich finde Dich und bringe Dich um.“

Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht in Bückeburg hat die Frau bereits ausgesagt, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Weil intime Details zur Sprache kämen, könnten sonst schutzwürdige Interessen verletzt werden, hieß es. Die Frau wird vom Bückeburger Büro der Stiftung Opferhilfe betreut. Ob sie bei ihrer belastenden Aussage geblieben ist, wurde zunächst nicht bekannt, gilt aber als sicher.

Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, hat drei Sitzungstage anberaumt und fünf Zeugen geladen. Dabei wird es wohl nicht bleiben. Verteidiger Lars Hinners möchte weitere Zeugen hören. Im Fall eines Schuldspruchs könnte Hinners‘ Mandanten eine Freiheitsstrafe drohen.

Die Frau tritt vor Gericht als Zeugin und Nebenklägerin auf, vertreten von einer Rechtsanwältin. In einem so genannten Adhäsionsverfahren macht sie auch zivilrechtliche Ansprüche geltend, vermutlich Schmerzensgeld. ly

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