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Jagd auf Vögel und Falter

Mit Kamera durch die Natur Jagd auf Vögel und Falter

Wenn sich kleine gefiederte Gesellen am Futterhäuschen tummeln, Krähe oder Specht auf Nachbars Dach sitzen, Falter zwischen bunten Blüten gaukeln oder unscheinbare Blumen am Wegrand ihre Köpfe recken, ist Karl-Heinz Menzel in seinem Element.

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Mit Makro- und Teleobjektiv sucht Karl-Heinz Menzel seine Motive.

Quelle: nah

Lauenau (nah). Seit jetzt 60 Jahren widmet er sich der Naturfotografie – und ist dabei selbst sein schärfster Kritiker geblieben.

 Vom Vater stammt wohl das Talent, das er offenbar auch seiner ebenfalls mit der Kamera versierten Tochter in die Wiege gelegt hat. 18 Jahre war er alt, als er vom Lehrlingsgeld eine „Juka“ erstand und diese über mehrere Raten abstottern musste. Das Interesse an Motiven in der Natur hatte bei ihm schon viel früher der Biologielehrer geweckt – und ein Tümpel in der Kinderzeit, der ihm im Kescher Kaulquappen lieferte.

 Natürlich kosteten Filme, deren Entwicklung und fällige Vergrößerungen Geld. „Da ging die junge Familie schon vor“, erinnert sich Menzel heute. Doch später gönnte er sich eine „Rolleiflex“, die ihn mehr als 30 Jahre begleiten sollte. Erst mit dem Siegeszug der Digitalfotografie legte er den legendären Apparat mit dem Doppelobjektiv aus der Hand: „Aber ich habe mich doch recht lange gegen die neue Technik gesträubt.“

 Sein fotografisches Auge kam dem gelernten Drogisten auch beruflich zugute. Bei einem großen Chemie-Unternehmen in Seelze lichtete er spezielle Verpackungen von zu versendender empfindlicher Ware ab. Und er wurde Mitglied der betriebsinternen Fotogruppe.

 Über Jahre legte er sich im Deister auf die Lauer, um via Fotofalle scheuen Tieren nachzuspüren. „Aber das mache ich heute nicht mehr“, sagt der 78-Jährige grinsend. So findet er nicht minder bemerkenswerte Motive gleich auf seinem Grundstück. Das Bild einer kecken Feldmaus war der „Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT)“ so gelungen, dass es in deren jüngste Jahresausstellung ebenso aufgenommen wurde wie ein munterer Starentreff auf drei Hochspannungsleitungen, die Menzel nahe Neustadt am Rübenberge zufällig entdeckt hatte.

 Die aktuelle GDT-Schau mit 53 Arbeiten norddeutscher Fotografen wird im Februar im Jagdschloss Springe zu sehen sein und vom 3. April bis 1. Mai im Rahmen der Frühjahrsausstellung der „Projektgruppe Kunstetage“ in Lauenau. Dann machen zehn weitere Kunstschaffende extra Platz für die gelungenen Werke auswärtiger Kamera-Künstler.

 Menzel ist übrigens erst vor einem Jahr der GDT beigetreten, obwohl er seit jeher deren jährliche Treffen besucht. Mit Sparsamkeit angesichts des fälligen Mitgliedsbeitrags habe dies aber nichts zu tun: „Ich hielt meine Fotos einfach nicht für gut genug“, verweist er auf die Aufnahmebedingungen der Gesellschaft, die 20 Bilder als Referenz verlangt. Als er sich dann doch für eine Bewerbung entschied, war die Freude groß, dass Maus und Stare gar den Qualitätsanforderungen der Jury für die Jahresausstellung entsprachen.

 Vor einigen Monaten hat Menzel, der bereits etliche vertonte Diaschauen produziert hat, mit einem Querschnitt des Lebenswerks von Bildhauer Josef Hauke überrascht. Schon sitzt er an einem neuen Projekt: Als „Bunte Vielfalt“ reiht er am Computer Bild- und Filmsequenzen aneinander, die direkt vor seiner Tür und vor den Toren Lauenaus entstanden sind.

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