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Lauenau Jogger von Greifvogel attackiert
Schaumburg Rodenberg Lauenau Jogger von Greifvogel attackiert
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00:18 15.06.2018
Vermutlich ging der Angriff von einem Mäusebussard aus. Kein anderer Greifvogel kommt in Schaumburg häufiger vor. Quelle: dpa
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Lauenau

Eigentlich hatte sich Oliver Mengel-Ritz zum Wochenstart auf eine gemütliche Jogging-Tour durch die Lauenauer Feldmark eingestellt. Doch was dem 46-Jährigen auf seiner Laufstrecke zum Gut Lübbersen zustieß, klingt wie die Szene aus einem schlechten Film.

„Im nächsten Moment lief mir das Blut ins Gesicht“

Der Rodenberger ist gerade auf die Allee in Richtung des Gutshofes eingebogen, als er von einem Greifvogel attackiert wird. „Zuerst hat mich der Vogel im Bereich der Rodenberger Aue zweimal angeflogen, ich konnte mich gerade noch wegducken“, erinnert sich Mengel-Ritz im Gespräch mit den SN. Wenig später folgt der tatsächliche Angriff.

Der 46-Jährige will gerade eine entgegenkommenden Radfahrerin vor dem Greifvogel warnen, als er einen schweren Schlag auf den Hinterkopf spürt. „Im nächsten Moment lief mir das Blut ins Gesicht“, erzählt Mengel-Ritz, der letztlich aber mit leichten Verletzungen davonkommt.

Kein Einzelfall

Bis auf zwei größere Kratzer und eine Wunde am Hinterkopf trägt er keine Schäden davon. Auch sein Arzt, den der Rodenberger kurz nach dem Angriff sicherheitshalber aufsucht, gibt Entwarnung und belässt es bei einer Tetanus-Auffrischung.

Dass Menschen ins Visier von Greifvögeln geraten, sei keine Seltenheit, erklärt Florian Brandes, Leiter der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen: „Wir hatten solche Fälle in näherer Umgebung schon häufiger.“ Fast immer ging es dabei um Mäusebussarde. Kein anderer Greifvogel sei in Schaumburg häufiger vertreten.

Die Angriffe kämen jedoch nicht von ungefähr: „Die Vögel haben zu dieser Jahreszeit Junge im Horst und versuchen, diese zu verteidigen“, erklärt Brandes. Da der Nachwuchs bei vielen Bussarden erst Anfang Juni schlüpfe und somit noch längst nicht selbst fliegen würde, sei der Beschützerinstinkt bei ihren Eltern besonders stark ausgeprägt.

Brutplätze sollten gemieden werden

Der Jogger sei schlichtweg zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. „Aber wer die Brutplätze kennt, kann diese in den nächsten Wochen einfach meiden“, sagt Brandes. Schon im Juli wird ein Großteil der Jungtiere das Nest verlassen haben.

Gefährlich seien die Angriffe von Greifvögeln für Menschen ohnehin nicht. „Die Tiere haben sehr viel Respekt und wollen uns nur erschrecken“, erklärt Brandes.

Und auch Oliver Mengel-Ritz kann schon kurz nach dem Angriff wieder scherzen. „Ich glaube nicht, dass mich der Vogel weggetragen hätte“, so der 46-Jährige. Für die nächsten Wochen will er sich sicherheitshalber trotzdem eine neue Joggingstrecke suchen.

von Lennart Hecht

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