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Lauenau Kerzen an den Steinen
Schaumburg Rodenberg Lauenau Kerzen an den Steinen
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14:26 10.11.2018
An der großen Gedenkstele neben der St. Lukas-Kirche gedachten Einwohner der Reichspogromnacht. Quelle: nah
Lauenau

„Lasst uns alles nur Erdenkliche für den Frieden tun“, zitierte Pastor Dieter Meimbresse aus einem Aufruf zum 80. Jahrestag jener auch in Lauenau begonnenen Hetze auf jüdische Mitbürger. Wie sei es nur möglich gewesen, fragte der mittlerweile im Ruhestand befindliche Pastor, dass Menschen damals sich von Nachbarn und Freunden abgewandt hätten und zu „Brandstiftern, Dieben und Lästerern wurden“. Der St. Lukas-Singkreis stimmte „Hevenu Schalom Alechem“ an; gemeinsam wurde ein Friedenskanon gesungen.

Kerzen erleuchteten die vor 13 Jahren am 9. November 2005 errichtete Stele. Nach jüdischem Ritual legten einige Anwesende kleine Steine auf dem Gedenkstein nieder. Das von Thomas Berger und Sigrid Grumblies initiierte Treffen endete an den für die verfolgten und getöteten Familien Freudenthal und Hammerschlag verlegten Steinen. Dort wurden weiße Rosen niedergelegt und kleine Windlichter angezündet. Berger erinnerte an die symbolhafte Bedeutung der kleinen quadratischen Messingplatten auf dem Gehweg: Wer deren Inschrift lesen wolle, müsse den Kopf neigen und den gequälten Menschen mit dieser Geste Ehre erweisen. nah