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Klimmzüge am Schutzhüttenbalken

Wolfgang Schreiber nimmt mit 65 Jahren noch an Deutschen Meisterschaften teil Klimmzüge am Schutzhüttenbalken

Mindestens dreimal in der Woche rennt er durch den Deister: Bergan, versteht sich, vom Waldrand über den steilen Bremsweg am Bergwerk vorbei bis hinauf zur Kreuzbuche; nur unterbrochen durch fünf Pausen für jeweils 20 Liegestützen und Klimmzügen an Balken von Schutzhütten. Dabei ist der Mann bereits 65 Jahre alt und trägt einen Herzschrittmacher: Wolfgang Schreiber.

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Wolfgang Schreiber mit Plakaten früherer Wettkämpfe.

Quelle: nah

Feggendorf. Mutter Lieselotte sagt nur: „Der ist verrückt.“ Anderer-seits lobt sie ihn für seine Ausdauer und seine Erfolge: „Der Sport ist das Wichtigste für ihn.“ Doch im heimischen Deister-Sportclub feggendorf ist der Diplom-Chemiker und ehemalige Betriebsleiter führender Kosmetikhersteller nicht zu finden. Er tritt für den MTV Herrenhausen an, weil dieser als Hochburg im Spitzensport für Senioren gilt.
Dort hatte er früher sogar für den Zehnkampf trainiert. Er warf den Speer über 50 Meter und sprintete über hundert Meter in 11,5 Sekunden. Im Fünfkampf ist er nicht minder erfolgreich. Gerade erst kam er von den Deutschen Senioren-Meisterschaften aus Thüringen zurück – mit der Bronzemedaille der Altersklasse M 50 bis M 65. Mit Joachim Pohl und Stephan Kleinau erkämpfte er sich den Treppchenplatz und steuerte für das Team beste Würfe der letzten Jahre bei: 32,44 Meter im Diskus und 10,45 Meter mit der neun Kilogramm schweren Kugel an kurzer Kette. Seine deutlich lebensjüngeren Kameradenwaren schon wiederholt Deutsche Meister in Einzelwertungen.
Während sich Schreiber mit einem eigenen Trainingsprogramm in Sachen Muskeln und Ausdauer fit hält, wartet eine große Sportstätte direkt neben den Herrenhäuser Gärten auf die Übungen mit Geräten. Der dortige Wurfpark ist nach den Plänen des ehemaligen Bundes-Zehnkampftrainers Karl Ochs entstanden. „Hier bin ich an Vormittagen oft allein“, freut sich der auch schon international erfolgreiche Feggendorfer.
Sein Ziel für 2017 sind gute Platzierungen bei regionalen und bundesweiten Turnieren und schließlich bei den Europameisterschaften im dänischen Aarhus. Dorthin kann er mit dem Auto fahren. Aber zu den demnächst stattfindenden Welt-Wettkämpfen im australischen Perth müssen seine Teamkameraden allein reisen: „Ich habe doch so eine enorme Flugangst“, gesteht er zerknirscht und trotzdem lächelnd: „Eine Anreise per Schiff dauert mit mehreren Wochen einfach zu lange.“ Zudem würde die Kondition enorm leiden: Für die Zeit der Passage fehlen ihm glatt die steilen Hänge des Deisters.

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