Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -4 ° heiter

Navigation:
Knopf unter der Leiche wird untersucht

Lauenau-Mord Knopf unter der Leiche wird untersucht

In den Mordprozess gegen Uwe K. aus Lauenau, der zuletzt eher auf der Stelle getreten war, kommt wieder Bewegung. Das Gericht geht gleich mehreren Beweisanträgen nach. Unter anderem wird nun auf Drängen der Verteidigung ein Knopf untersucht, der unter der Leiche von Ines K. gefunden worden war.

Voriger Artikel
Einbruch in den Netto-Markt
Nächster Artikel
Mit Laubbläser und Rechen unterwegs
Quelle: Symbolfoto (dpa)

Lauenau/Bückeburg. Wiederholt hatten beide Verteidiger dem Bückeburger Schwurgericht vorgeworfen, seiner Pflicht zur Sachaufklärung nicht nachzukommen. Reihenweise stellten die Anwälte Beweisanträge, die meisten wurden abgelehnt. Die Folge waren Befangenheitsanträge – ein ständiges Wechselspiel, das sich über Wochen und Monate hinzog.
Rechtsanwalt Dirk Baumann unterstellte der Kammer sogar, dieser sei „alles egal, weil sie der Frau glauben will“. Gemeint war die frühere Geliebte des Angeklagten, eine 43-Jährige aus Hannover. Sie will die Tat am 27. Mai 2015 beobachtet haben.

Mit ihren Beweisanträgen verfolgen die Anwälte das Ziel, die Glaubwürdigkeit der Zeugin zu erschüttern. In einer zum Prozessauftakt im März verlesenen Erklärung hatte der Angeklagte seine Ex-Geliebte beschuldigt, den Mord begangen zu haben – allein oder mit Komplizen. Daraufhin widerrief die 43-Jährige ihre Aussage, drehte den Spieß um und belastete den 45-Jährigen.

Ist der Knopf agberissen worden?

Bei dem Knopf unter der Leiche handelt es sich nach eigenen Recherchen der Verteidigung um „einen Knopf aus tschechischer Produktion für Zirkusuniformen“, wie es in einem früheren Beweisantrag hieß. Die Geliebte war früher beim Zirkus. In erster Linie geht es um die Frage, ob der Knopf abgerissen worden ist.
Auf Kratzspuren untersucht wird zurzeit ein Laptop von Ines K., der nicht bei der Leiche lag, sondern einige Meter entfernt. Es geht um die Frage, ob das Ergebnis der Untersuchung zur Aussage der Belastungszeugin passt.

Blutspuren an einer Tür, die vom Opfer stammen, hat das Landeskriminalamt bereits überprüft. Demnach handelt es sich um Tropfspuren, nicht um Blutspritzer. Möglicherweise werden Staatsanwaltschaft und Verteidigung daraus unterschiedliche Schlüsse ziehen. Es wäre nicht das erste Mal in diesem Verfahren.
Auch wenn es jetzt wieder vorangeht: Der Mordprozess kann sich noch lange hinziehen. Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender des Schwurgerichts, hat Termine bis in den Januar hinein anberaumt – zunächst.   ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg